News

Ukraine-Krieg Liveblog: Offenbar Massengräber bei Mariupol entdeckt

Bei Mariupol sollen örtlichen Angaben zufolge bis zu 9000 Menschen in Massengräbern verscharrt worden sein. Mehr Infos im Ukraine-Weblog.

  • Nach Angaben aus Kiew dauert der Widerstand in der ukrainischen Hafenstadt Mariupol an
  • Bei Mariupol sollen laut örtlichen Angaben bis zu 9000 Menschen in Massengräbern verscharrt sein
  • Laut Selenskyj hat Russland einen Vorschlag für eine Feuerpause zu Ostern abgelehnt
  • Nach Angaben aus Kiew haben russische Truppen 42 Orte in der Area Donezk besetzt
  • US-Präsident Biden zweifelt an der Einnahme Mariupols durch russische Truppen
  • Bundeskanzler Scholz soll vor dem Verteidigungsauschuss über Waffenlieferungen berichten

Berlin/Kiew/Moskau. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hat Russland den Vorschlag einer Feuerpause über die orthodoxen Osterfeiertage abgelehnt. Moskau verlege zudem weiter Truppen für den Krieg in die Ukraine. Zuletzt konnten russische Einheiten offenbar vereinzelt Fortschritte im Donbass verzeichnen. Die Bundesregierung will Mittel für den Wiederaufbau in der Ukraine bereitstellen.

Selenskyj zufolge dauert der Widerstand in der Hafenstadt Mariupol an. Die Stadt widersetze sich weiter Russland, sagte er in der Nacht zum Freitag. “Trotz allem, was die Besetzer über sie sagen.” Russlands Präsident Wladimir Putin hatte die Stadt am Donnerstag für erobert erklärt. Allerdings haben sich in dem dortigen Stahlwerk Azovstal nach russischen Angaben mehr als 2000 ukrainische Kämpfer und ausländische Söldner verschanzt. Sie gingen bisher nicht auf Putins Forderungen ein, die Waffen niederzulegen. Putin ordnete keine Erstürmung, sondern eine hermetische Abriegelung des Geländes an.

Laut einer Beraterin des ukrainischen Präsidentenbüros haben russische Truppen binnen 24 Stunden 42 Orte in der Area Donezk im Osten besetzt. Insgesamt kontrollierten russische Einheiten aktuell in der gesamten Ukraine mehr als 3500 Orte, sagte Olena Simonenko in der Nacht zum Freitag im ukrainischen Einheitsfernsehen. Zuletzt waren auch russische Vorstöße in der Area Luhansk gemeldet worden.



Information zum Ukraine-Krieg von Freitag, 22. April – Kiew: Verstärkte Kämpfe im Osten

6.56 Uhr: Im Osten der Ukraine haben sich Angaben aus Kiew zufolge die Gefechte an mehreren Orten intensiviert. Die russischen Einheiten hätten die Kämpfe entlang der gesamten Frontlinie in der Area Donezk verschärft, heißt es im Morgenbericht des ukrainischen Generalstabs. Russland führe offensive Operationen bei der Siedlung Saritschne durch. Es versuche weiter, rund um die Stadt Rubischne in der Area Luhansk vorzustoßen.

Gefechte dauerten auch um die Stadt Popasna an. Diese wird ukrainischen Angaben zufolge teilweise bereits von russischen Truppen kontrolliert. Schwere Gefechte habe es zudem wie in den vergangenen Tagen um Marjinka gegeben. Russische Einheiten versuchten mit Unterstützung von Artillerie, hier vorzustoßen. Angaben aus dem Kriegsgebiet können nicht unabhängig überprüft werden.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Macron: Risiko einer Eskalation im Ukraine-Krieg “sehr hoch”

6.24 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat vor einer weiteren Eskalation Russlands im Ukraine-Krieg gewarnt. “Das Risiko ist sehr hoch. Der Test einer russischen Interkontinentalrakete am Mittwoch ist besorgniserregend”, sagte Macron im Interview mit dieser Redaktion, der französischen Zeitung “Ouest-France” und der italienischen Zeitung “Corriere della Sera”https://www.waz.de/politik/.”Angesichts der Kriegsverbrechen, die Russland begangen hat, der Art und Weise seiner Kriegsführung im Donbass und in Mariupol, der atomaren Provokationen Ende Februar muss man ganz klar sagen: Russland hat einen Willen zur Eskalation.”

Der französische Präsident sieht zwei große Risiken. “Die vertikale Eskalation besteht in der Änderung des Krieges – hin zur Nutzung nicht konventioneller Waffen wie Chemiewaffen oder Nuklearraketen. Die horizontale Eskalation ist die Bereitschaft von verbündeten Ländern oder anderen Mächten, in den Krieg einzugreifen. Unsere Verantwortung liegt darin, alles zu tun, um eine Feuersbrunst zu verhindern.”

Ukraine: Quick drei Viertel der Menschen haben Donezk verlassen

5.58 Uhr: Nach ukrainischen Angaben haben mittlerweile quick drei Viertel aller Menschen den von der Ukraine kontrollierten Teil der umkämpften Area Donezk im Osten des Landes verlassen. Das sagte der Gouverneur der Area Donezk, Pawlo Kyrylenko, im ukrainischen Einheitsfernsehen, wie die Web-Zeitung “Ukrajinska Prawda” am Morgen berichtete. Demnach befänden sich noch rund 430.000 Einwohner in dem Gebiet.

Vor Beginn des russischen Angriffskrieges am 24. Februar seien es noch mehr als 1,6 Millionen Menschen gewesen. In der nach Mariupol zweitgrößten Stadt unter ukrainischer Kontrolle in Donezk, Kramatorsk, lebten aktuell nur noch etwas mehr als 40.000 von den ursprünglich 200.000 Menschen.

Ukraine-Krise – Alle Information zum Konflikt

Selenskyj: Russland will Unabhängigkeitsreferendum in besetzten Gebieten fälschen

5.02 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Moskau beschuldigt, in den von russischen Truppen besetzten Gebieten um Kherson und Saporischschja im Süden des Landes ein gefälschtes Unabhängigkeitsreferendum abhalten zu wollen. In einer Videobotschaft am Abend forderte Selenskyj die Bewohner der besetzten Gebiete auf, keine persönlichen Daten wie Passnummern anzugeben, die die russischen Streitkräfte von ihnen verlangen würden. “Es geht nicht nur darum, eine Volkszählung durchzuführen”, warnte er.

“Es geht nicht darum, euch humanitäre Hilfe jeglicher Art zukommen zu lassen. Es geht in Wirklichkeit darum, ein sogenanntes Referendum über euer Land zu fälschen, wenn der Befehl zur Durchführung dieser Komödie aus Moskau kommt”, sagte der ukrainische Präsident. “Es wird keine Volksrepublik Kherson geben. Wenn jemand eine weitere Annexion will, werden Russland noch stärkere Sanktionen treffen”, drohte Selenskyj.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Schulze: Weitere 37 Millionen Euro für Wiederaufbau der Ukraine

3.08 Uhr: Deutschland wird weitere rund 37 Millionen Euro für den Wiederaufbau der Ukraine bereitstellen. Die Mittel sollen laut Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze eingesetzt werden, um Kriegsschäden zu beheben. “Die Ukraine braucht dringend Wohnraum für die Millionen Binnenvertriebenen und sie braucht ein intaktes Stromnetz. Hier kann die deutsche Entwicklungszusammenarbeit kurzfristig helfen. Mein Ministerium hat hierfür Mittel per Sofortprogramm umgeschichtet”, sagt Schulze vor der Weltbanktagung an diesem Freitag der Zeitung “Augsburger Allgemeinen”.

Ukraine: Russische Truppen haben 42 Orte in Donezk eingenommen

2.49 Uhr: Nach Angaben aus Kiew haben russische Truppen binnen 24 Stunden 42 Orte in der Area Donezk im Osten des Landes besetzt. Das teilte eine Beraterin des ukrainischen Präsidentenbüros, Olena Simonenko, im ukrainischen Einheitsfernsehen mit, wie die Agentur Unian berichtete. Insgesamt kontrollierten russische Einheiten aktuell in der gesamten Ukraine mehr als 3500 Orte. Kampfhandlungen gebe es in 11.550 Orten des Landes, sagte Simonenko.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Stadtrat von Mariupol: Bis zu 9000 Leichen in Massengräbern

2.11 Uhr: Bis zu 9000 Menschen könnten nach Angaben des Stadtrats von Mariupol in Massengräbern in der nahe gelegenen Ortschaft Manhusch verscharrt worden sein. In einem Put up auf Telegram zitierte der Stadtrat Bürgermeister Wadym Bojtschenko, der mit Blick auf die Holocaust-Gedenkstätte in Kiew von einem “neuen Babyn Jar” sprach. “Damals tötete Hitler Juden, Roma und Slawen. Und jetzt vernichtet Putin Ukrainer. Er hat in Mariupol schon Zehntausende Zivilisten getötet”, wurde Bojtschenko zitiert. “Das erfordert eine entschlossene Reaktion der gesamten Welt. Wir müssen diesen Völkermord stoppen, mit allen Mitteln, die möglich sind.”

Ukrainische Medien veröffentlichten am Abend Satellitenaufnahmen, die Massengräber in Manhusch zeigen sollen. Diese seien ähnlich wie jene in Butscha bei Kiew, wo nach dem Abzug russischer Soldaten Hunderte Leichen gefunden worden waren. Unabhängig konnten die ukrainischen Angaben nicht überprüft werden.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Selenskyj: Mariupol widersetzt sich weiter Russland

1.29 Uhr: Nach Angaben aus Kiew dauert der Widerstand in der ukrainischen Hafenstadt Mariupol an. Die Stadt widersetze sich weiter Russland, sagte Präsident Selenskyj in seiner allabendlichen Videobotschaft. “Trotz allem, was die Besetzer über sie sagen.” Russlands Präsident Wladimir Putin hatte die Stadt am Donnerstagmorgen für erobert erklärt. Allerdings haben sich in dem Stahlwerk Azovstal in Mariupol nach russischen Angaben mehr als 2000 ukrainische Kämpfer und ausländische Söldner verschanzt. Sie gingen bisher nicht auf Putins Forderungen ein, die Waffen niederzulegen.

Selenskyj sagte weiter, Russland verlege weiter Truppen für den Krieg in die Ukraine. “Sie sammeln Kräfte und treiben neue taktische Bataillone in unser Land.” Im Osten und Süden des Landes täten russische Einheiten “alles”, um wenigstens von “irgendwelchen” Siegen sprechen zu können.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Selenskyj: Russland hat Vorschlag für Feuerpause über Ostern abgelehnt

1.14 Uhr: Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Selenskyj hat Russland den Vorschlag einer Feuerpause über die orthodoxen Osterfeiertage abgelehnt. Das sagte Selenskyj in seiner allabendlichen Videobotschaft. Dies zeige, was der christliche Glaube und einer der fröhlichsten und wichtigsten Feiertage den Führern Russlands gelte, sagte Selenskyj weiter. “Wir werden aber trotzdem die Hoffnung behalten. Die Hoffnung auf Frieden, die Hoffnung darauf, dass das Leben über den Tod siegt”, sagte Selenskyj.

Unter anderem hatte Papst Franziskus im Vorfeld des Osterfestes der orthodoxen Christen an diesem Wochenende zu einer Waffenruhe im Ukraine-Krieg aufgefordert. Der Heilige Stuhl und der Heilige Vater schlossen sich dem Appell von UN-Generalsekretär António Guterres und dem Großerzbischof der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, Swjatoslaw Schewtschuk, vom Dienstag an. Orthodoxe Christen begehen Ostern in diesem Jahr am 24. April. Sie stellen die größte Glaubensgruppe in der Ukraine.

Information zur Ukraine-Krise von Donnerstag, 21. April – US-Verteidigungsminister lädt zu Ukraine-Treffen in Ramstein

22.36 Uhr: US-Verteidigungsminister Lloyd Austin will in der kommenden Woche auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz mit Kollegen aus mehreren Ländern zum Krieg in der Ukraine beraten. Das Treffen solle am kommenden Dienstag stattfinden, kündigte Pentagon-Sprecher John Kirby am Donnerstag an. Kirby nannte keine Particulars zur Teilnehmerliste. Es würden aber nicht nur Nato-Staaten eingeladen, sagte er.

Ein Ziel des Treffens sei die dauerhafte Sicherheit und Souveränität der Ukraine. Es solle daher um den Verteidigungsbedarf der Ukraine über den aktuellen Krieg hinaus gehen. “Wir denken, dass es an der Zeit ist, auch diese Diskussion zu führen”, sagte Kirby. Außerdem solle es um die weitere militärische Unterstützung der Ukraine gehen. Die US-Regierung hatte früher am Tag neue Militärhilfe in Höhe von 800 Millionen US-Greenback angekündigt.

Selenskyj: Ukraine wird für Wiederaufbau Hunderte Milliarden brauchen

22.30 Uhr: Wegen des russischen Angriffskriegs braucht die Ukraine nach Einschätzung von Präsident Wolodymyr Selenskyj monatlich rund sieben Milliarden US-Greenback (rund 6,5 Milliarden Euro), um ihre wirtschaftlichen Verluste auszugleichen. Zudem werde die Ukraine “Hunderte Milliarden Dollar brauchen, um später wieder alles aufzubauen”, sagte Selenskyj am Donnerstag per Videoschalte bei einer internationalen Geberkonferenz der Weltbank in Washington.

Die russischen Streitkräfte zerstörten in der Ukraine Infrastruktur, Schulen, Universitäten, Krankenhäuser und zahllose Häuser und Wohnungen, sagte er weiter. “Russische Artillerie, russische Raketen, russische Bombardements unterscheiden nicht, wen sie töten und welche Gebäude sie bombardieren oder in Flammen aufgehen lassen”, sagte Selenskyj einer englischen Simultanübersetzung zufolge weiter.

Hofreiter kritisiert Zögerlichkeit bei Waffenlieferungen

22.01 Uhr: Der Vorsitzende des Europa-Ausschusses, Anton Hofreiter, fürchtet eine Eskalation des Kriegs über die Ukraine hinaus, wenn Russland nicht Einhalt geboten wird. “Wir müssen uns aufgrund der verbrecherischen Kriegsführung Putins darauf einstellen, dass der Angriffs-Krieg Russlands noch Monate andauern wird”, sagte der Grünen-Politiker unserer Redaktion. “Durch das Bremsen des Energie-Embargos und der nötigen Waffenlieferungen droht die Gefahr, dass sich dieser Krieg immer länger hinzieht und Putin weitere Länder überfallen wird.”

Hofreiter drang erneut darauf, zügig schwere Waffen an die Ukraine zu liefern. Die Finanzierung der von dem ukrainischen Militär geforderten Waffen, die Bundeskanzler Scholz in der Pressekonferenz am Dienstagabend angekündigt hat, sei ein Schritt in die richtige Richtung, sagte er. “Das Problem ist, dass die Offensive Putins in der Ostukraine bereits begonnen hat. Eine Lieferung von westlichen, neuen Waffen muss schnellstmöglich erfolgen, da das vorhandene sowjetische und alte russische Material in weiten Teilen bereits zerschossen ist.”

Zweifel an der Kanzlerschaft von Olaf Scholz gebe es keine, sagte Hofreiter, der den Kanzler wegen seines Ukraine-Kurses zuletzt heftig kritisiert hatte, auf Anfrage. “Allerdings besteht berechtigte Kritik an der Zurückhaltung im Hinblick auf das Energie-Embargo und wichtige Waffenlieferungen.”

Flüchtlingshilfswerk: Ukraine-Krieg hat die Lage von Geflüchteten weltweit verschärft

22 Uhr: Laut dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) hat der Krieg in der Ukraine die State of affairs von Geflüchteten weltweit deutlich verschlechtert. “Der Konflikt hat die Situation von vielen der etwa 84 Millionen vertriebenen Menschen auf der Erde noch weiter verschlechtert, nachdem weltweit bereits Lebensmittel knapper und deutlich teurer geworden sind”, sagte der amtierende UNHCR-Büroleiter in Deutschland, Roland Financial institution, unserer Redaktion. Millionen Flüchtlinge und Binnenvertriebene hätten “schon vorher infolge der Corona-Pandemie und die dadurch oft verstärkten Wirtschaftskrisen ihre Einkommensquellen verloren und somit kaum das Nötigste zum Leben”.

Jetzt seien die Lebensmittelpreise überall und teilweise drastisch gestiegen, hob UNHCR-Experte Financial institution hervor. “Es ist zu befürchten, dass die Ukraine-Krise die Lebensmittelknappheit und -verteuerung in diesem Jahr noch deutlich weiter verschärfen wird.” Auch die steigenden Preise für Treibstoffe würden “die humanitäre Versorgung und auch die Arbeit von UNHCR vor neue Herausforderungen” stellen.

Selenskyj vor Portugals Parlament: Schäden wie im Zweiten Weltkrieg

21.07 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einer Videoansprache vor dem portugiesischen Parlament die Zerstörungen in seinem Land durch russische Truppen mit denen im Zweiten Weltkrieg verglichen. “Der Schaden, der der Ukraine jetzt zugefügt wird, ist ähnlich wie im Zweiten Weltkrieg”, sagte er laut Übersetzung in der auf Ukrainisch gehaltenen Rede. Sie wurde im TV-Sender RTP simultan ins Portugiesische übersetzt.

“Wir kämpfen nicht nur um unsere Unabhängigkeit, wir kämpfen um unser Überleben”, bekräftige er in der 15-minütigen Ansprache. Selenskyj dankte den Portugiesen für die bisher erwiesene Hilfe, forderte aber zugleich weitere Unterstützung, vor allem schwere Waffen und Sanktionen gegen Russland. Parlamentarier der kommunistischen Partei und der rechtspopulistischen Chega blieben der Sitzung fern.

Biden bezweifelt Einnahme Mariupols

20.10 Uhr: Nach der angeblichen Einnahme Mariupols durch russische Streitkräfte werden Zweifel an der Model des Kremls laut. US-Präsident Joe Biden sagte am Donnerstag: “Es gibt noch keine Beweise dafür, dass Mariupol vollständig gefallen ist.” Im Stahlwerk der Stadt haben sich weiter rund 2000 ukrainische Soldaten verschanzt. Auch Zivilisten sollen dort sein.

Biden zweifelte zudem an der Fähigkeit Russlands, einen Sieg in der Ukraine zu erringen. Es wird ihm niemals gelingen, die gesamte Ukraine zu dominieren und zu besetzen”, sagte der US-Präsident. Gleichzeitig kündigte Biden eine Lieferung schwerer Waffen, Drohnen und Ausrüstung an die Ukraine an.

Scholz soll Verteidigungsausschuss über Waffenlieferungen berichten

18.50 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) soll bei der nächsten Sitzung des Verteidigungsausschusses persönlich über Waffenlieferungen an die Ukraine berichten. “Es würde mich sehr freuen, wenn Ihr Terminkalender die Teilnahme ermöglichen könnte”, heißt es in einem an den Kanzler gerichteten Schreiben der Ausschussvorsitzenden Marie-Agnes Strack-Zimmermann, das der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag vorlag. Die Dramatik des Krieges in der Ukraine “steigert sich von Tag zu Tag”, schreibt die FDP-Politikerin.

“Die Lage in der Stadt Mariupol und das unendliche Leid der dort eingeschlossenen Zivilisten führen uns die Brutalität der Kriegsführung durch den russischen Präsidenten Wladimir Putin eindrücklich vor Augen”, so Strack-Zimmermann. “Die Frage danach, welchen Beitrag Deutschland und insbesondere die Bundeswehr in Bezug auf Waffenlieferungen tatsächlich leisten kann, ist für die Menschen in der Ukraine existenziell.”

Der Verteidigungsausschuss beschäftige sich seit der Invasion Russlands in jeder seiner Sitzungen mit der aktuellen Lage in der Ukraine und erörtere auch den Stand des an die Ukraine abgegebenen sensitiven Supplies. Vor diesem Hintergrund “erlaube ich mir, Sie in diesem Kontext herzlich in die Sitzung des Verteidigungsausschusses am kommenden Mittwoch, 27. April 2022, einzuladen”, heißt es in dem Transient.

Russland belegt US-Vizepräsidentin Harris und Zuckerberg mit Einreiseverboten

18.45 Uhr: Als Vergeltungsmaßnahme für Sanktionen der USA und Kanadas hat Russland Einreiseverbote gegen dutzende Regierungsmitarbeiter, Armeevertreter und Journalisten aus beiden Ländern verhängt. Betroffen von den Sanktionen sind unter anderem US-Vizepräsidentin Kamala Harris und Fb-Gründer Mark Zuckerberg, wie das Außenministerium in Moskau am Donnerstag mitteilte.

Auf der Sanktionsliste stehen außerdem die stellvertretende US-Verteidigungsministerin Kathleen Hicks, Pentagon-Sprecher John Kirby und der Stabschef im Weißen Haus, Ron Klain. Auf kanadischer Seite sind unter anderem der Kommunikationsdirektor von Premierminister Justin Trudeau, Cameron Ahmad, und der Kommandeur der Spezialeinheiten der kanadischen Armee, Steve Boivin, betroffen.

Das russische Außenministerium erklärte, die Sanktionsliste umfasse Personen, die für die “russlandfeindliche” Politik der beiden Länder verantwortlich seien. Die On-line-Netzwerke Fb und Instagram, die beide zu Zuckerbergs Meta-Konzern gehören, waren vor einem Monat wegen “extremistischer Aktivitäten” in Russland verboten worden.

Selenskyj hält besetztes Mariupol nicht für komplett verloren

18.32 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hält die nach Kremlangaben nun von Russland kontrollierte Hafenstadt Mariupol noch nicht für komplett verloren. “Die Situation ist schwierig, die Situation ist schlecht”, sagte der Staatschef am Donnerstag Journalisten örtlichen Medien zufolge in Kiew. Es gebe mehrere Wege, die Stadt zu befreien.

“Es gibt einen militärischen Weg, auf den man sich vorbereiten muss, und wir bereiten uns vor”, sagte Selenskyj. Dazu brauche es die Hilfe westlicher Companion. “Für uns selbst ist es schwierig, wir brauchen entsprechende Waffen, doch denken wir darüber nach”, meinte er. Ein anderer Weg sei ein diplomatischer, humanitärer.

Kiew habe Moskau bereits mehrere Varianten vorgeschlagen, darunter einen Austausch von “Verwundeten gegen Verwundete”https://www.waz.de/politik/.”Dort gibt es über 400 Verwundete in dieser Zitadelle. Das sind nur die Soldaten.” Es gebe ebenfalls verletzte Zivilisten. “Vor uns liegen entscheidende Tage, die entscheidende Schlacht um unseren Staat, um unser Land, um den ukrainischen Donbass”, betonte Selenskyj.

Model in Militär-Institut nahe Moskau

18.27: In einer Forschungseinrichtung des russischen Verteidigungsministeriums ist ein Model ausgebrochen. Wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass berichtet, sollen bei dem Feuer in dem Institut nahe Moskau mindestens sechs Menschen getötet worden sein. Mindestens 27 Menschen seien verletzt, schreibt Tass unter Berufung auf örtliche Rettungsdienste.

In den sozialen Netzwerken verbreiteten sich am Donnerstag Bilder und Movies von dem Feuer. Sie zeigten dicken Rauch und Flammen, die aus dem Gebäude in Twer, etwa 150 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt, schlugen. Das Gebäude im Zentrum der Stadt brannte praktisch aus, das Dach brach ein. Medien berichteten, unter den Trümmern könnten noch Menschen sein.

Einem Bericht der “Moscow Times” zufolge brach das Feuer im zweiten Inventory aus und breitete sich schnell über die drei darüberliegenden Stockwerke aus. Menschen hätten sich nur noch mit Sprüngen aus dem Fenster retten können. Die Brandursache ist bislang unklar. Das Verteidigungsministerium und die regionale Militärverwaltung haben eine Untersuchung eingeleitet.

Die Forschungsanstalt gilt als ein zentrales Institut des Verteidigungsministeriums und battle an der Entwicklung der Iskander-Rakete beteiligt, die Russland im Krieg gegen die Ukraine gerade intensiv nutzt. Das Institut entwickelt unter anderem Navigations-, Kontroll- und Steuerungssysteme für die Raumfahrt, aber auch für Kampfflugzeuge und Raketen.

Litauen liefert schwere Mörser an die Ukraine

17.53 Uhr: Die Ukraine hat aus Litauen schwere Mörser als Militärhilfe für den Krieg gegen Russland erhalten. Dies sagte der litauische Verteidigungsminister Arvydas Anusauskas am Donnerstag der Agentur BNS. Nähere Angaben dazu machte er nicht. Weiter habe Kiew aus den Beständen der Armee des EU- und Nato-Landes Stinger-Flugabwehrraketen, Panzerabwehr- und Flugabwehrwaffen, Munition, Granaten, Maschinengewehre und -pistolen und andere Ausrüstung erhalten. “Es ist schwierig, alles aufzulisten. Vor einem Monat habe ich 35 Artikel verschiedener Art gezählt”, sagte Anusauskas.

Litauen hat nach eigenen Angaben seit Kriegsbeginn vor acht Wochen der Ukraine humanitäre, medizinische und militärische Hilfe bereitgestellt. Die Regierung in Vilnius hat wiederholt dazu aufgerufen, Kiew mit einer Vielzahl von Waffen zu beliefern.

Ukraine-Krieg – Hintergründe und Erklärungen zum Konflikt

Berlin plant mit Slowenien Ringtausch für Lieferung schwerer Waffen an Ukraine

16.47 Uhr: Für die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine plant die Bundesregierung einen Ringtausch über das Partnerland Slowenien. Der Nato-Verbündete soll dabei den noch in der Sowjetunion entwickelten T-72-Kampfpanzer an Kiew liefern, wie die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag aus Regierungskreisen erfuhr.

Im Gegenzug soll die slowenische Armee dafür den Schützenpanzer Marder sowie den Radpanzer Fuchs aus Deutschland bekommen. Zuvor hatte schon die dpa über den geplanten Ringtausch berichtet. Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) sprach am Donnerstagmorgen ebenfalls über die Pläne, ohne aber Particulars zu nennen.

Nochmal 800 Millionen US-Greenback für Waffen an die Ukraine

16.31 Uhr: Die US-Regierung will der Ukraine weitere Waffen und Munition im Wert von bis zu 800 Millionen Greenback (rund 736 Millionen Euro) liefern, darunter auch Artillerie und Drohnen. Jeder Amerikaner könne stolz darauf sein, dass die Großzügigkeit der USA dazu beitragen würde, die Ukraine im Kampf gegen Russlands Aggression zu unterstützen, sagte US-Präsident Joe Biden am Donnerstag in Washington. Biden kündigte an, dass das neue Paket unter anderem Dutzende Haubitzen und taktische Drohnen enthalten werde.

Konkret wollen die USA 72 Feldhaubitzen (Kaliber 155 Millimeter), 72 Zugmaschinen, über 120 Drohnen sowie Ersatzteile bereitstellen, hieß es aus dem US-Verteidigungsministerium. Die US-Regierung hatte erst in der vergangenen Woche ein 800 Millionen Greenback schweres Militärhilfe-Paket angekündigt.

Spanien liefert weitere 200 Tonnen Militär-Materials in die Ukraine

16.02 Uhr: Spanien liefert der Ukraine weitere 200 Tonnen militärische Ausrüstung. “Ein Schiff der spanischen Marine, die “Isabel’, hat heute einen spanischen Hafen in Richtung Polen verlassen”, sagte der spanische Regierungschef Pedro Sánchez am Donnerstag bei einem Besuch in Kiew. An Bord seien 200 Tonnen “moderne Munition” und weiteres Material wie schwere Transportfahrzeuge. “Das ist unsere größte Lieferung bisher”, sagte Sánchez weiter. Damit werde das gesamte bislang von Spanien gelieferte Material verdoppelt.

USA sagen Ukraine neue Finanzhilfe in Höhe von 500 Millionen Greenback zu

15.33 Uhr: Die USA haben der Ukraine eine neue Finanzhilfe in Höhe von 500 Millionen Greenback (462 Millionen Euro) zugesagt. Mit dem Geld soll der ukrainischen Regierung unter anderem dabei geholfen werden, Gehälter und Renten auszuzahlen, wie ein Vertreter des US-Finanzministeriums am Donnerstag in Washington sagte. Das Geld ist auch für Programme bestimmt, die eine “Verschlechterung der humanitären Situation in der Ukraine” verhindern sollen.

Die Ankündigung erfolgte anlässlich eines Treffens von US-Finanzministerin Janet Yellen mit dem ukrainischen Regierungschef Denys Schmyhal und dem ukrainischen Finanzminister Serhij Martschenko in Washington. In der US-Hauptstadt finden derzeit die Frühjahrestagungen von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank statt, zu denen zahlreiche Regierungsvertreter aus aller Welt angereist sind.

Baerbock will sich für humanitären Korridor in Mariupol einsetzen

15.26 Uhr: Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hat bei ihrem Besuch in der estnischen Hauptstadt Tallin auf den dramatischen Appell aus dem belagerten Stahlwerk Asowstal in Mariupol reagiert. Die Lage in der Stadt sei kaum zu ertragen, sagte die Grünen-Politikerin. Es müsse jetzt endlich einen humanitären Korridor geben. “Ja, wir sind da mit Hochdruck und auf allen Gesprächskanälen dran”, sagte Baerbock am Mittag nach einem Treffen mit ihrer Amtskollegin Eva-Maria Liimets vor Journalisten.

Serhyj Wolyana, Kommandeur der 36. Brigade der Marineinfanterie, die sich im Stahlwerk verschanzt hat, hatte sich zuvor an Deutschland gewandt und appelliert, Deutschland solle “als Garant den sicheren Auszug der Zivilbevölkerung und des Militärs” aus Mariupol auftreten. Was wir erleben, so Baerboch, sei ein Ausbluten und Aushungern einer ganzen Stadt. Eine Lösung liege “in Putins Hand”.

Putin ordnet Belagerung statt Erstürmung von Stahlwerk in Mariupol an

15.08 Uhr: Nach quick zweimonatiger Belagerung hat Russlands Präsident Wladimir Putin die “Befreiung” der strategisch wichtigen ukrainischen Hafenstadt Mariupol verkündet – zugleich aber eingeräumt, dass das Stahlwerk mit den letzten ukrainischen Verteidigern der Stadt noch immer nicht unter russischer Kontrolle sei. Putin ordnete am Donnerstag an, das Werk weiter zu belagern – so engmaschig, dass “keine Fliege mehr heraus kann”. Eine Erstürmung sei nicht sinnvoll. Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) bezeichnete die Lage in Mariupol als “kaum zu ertragen”.

Die Stadt im Donbass wird seit knapp zwei Monaten von russischen Truppen belagert. Die letzten ukrainischen Soldaten haben sich in der Anlage des Konzerns Asow-Stahl verschanzt und leisten von dort aus Widerstand gegen die russischen Angreifer.

Eine Erstürmung des Komplexes mit zahlreichen unterirdischen Tunneln sei nicht sinnvoll, sagte Putin. “Wir müssen an das Leben und die Gesundheit unserer Soldaten und Offiziere denken”, sagte der Staatschef. Er forderte die Menschen in dem Stahlwerk erneut auf, die Waffen niederzulegen.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Kiew: 19 Ukrainer bei Gefangenenaustausch mit Russland freigekommen

14.52 Uhr: Die Ukraine hat über einen weiteren Gefangenenaustausch mit Russland informiert. “Heute haben wir 19 Leute nach Hause geholt, von denen zehn Soldaten und neun Zivilisten sind”, teilte Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk am Donnerstag in sozialen Netzwerken mit. Unter den heimgekehrten ukrainischen Gefangenen gebe es Verwundete. Angaben zum Übergabeort und den ausgetauschten russischen Gefangenen machte sie nicht. Von russischer Seite lag zunächst keine Bestätigung vor.

Russland hat vor acht Wochen einen Angriffskrieg gegen den Nachbarn begonnen. Kiew hatte erklärt, in der Zeit etwa 700 Gefangene gemacht zu haben. In den Händen Russlands und der Separatisten sollen sich nach russischen Angaben bereits mehrere Tausend Gefangene befinden.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

FDP-Spitze plant Votum auf Parteitag zugunsten schwerer Waffen für die Ukraine

14.43 Uhr: Die Bundesspitze der FDP spricht sich für die schnelle Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine aus. Der Bundesvorstand will auf dem bevorstehenden Parteitag am Wochenende in Berlin einen entsprechenden Entschließungsantrag einbringen. Zur Unterstützung der Ukraine gegen den russischen Angriff “gehören auch die Lieferung schwerer Waffen und die schnelle Bereitstellung von Rüstungsgütern durch die deutsche Industrie, für die Deutschland wie angekündigt die Finanzierung übernimmt”, heißt es in dem Entwurf, der AFP am Donnerstag vorlag.

Human Rights Watch: Gräueltaten von Butscha wohl Kriegsverbrechen

14.40 Uhr: Die mutmaßlich von russischen Soldaten begangenen Gräueltaten in der ukrainischen Stadt Butscha sind der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) zufolge wohl als Kriegsverbrechen einzuordnen. Ermittler der Organisation hätten “umfangreiche Beweise für Hinrichtungen im Schnellverfahren, andere rechtswidrige Tötungen, Verschwindenlassen und Folter gefunden, die Kriegsverbrechen und potenzielle Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen würden”, teilte HRW am Donnerstag in New York mit.

“Fast jede Ecke in Butscha ist nun ein Tatort, und es fühlte sich an, als wäre der Tod überall”, sagte HRW-Mitarbeiter Richard Weir. Die Beweise deuteten darauf hin, dass die mittlerweile abgezogenen russischen Streitkräfte, die Butscha besetzten, “das zivile Leben und die grundlegendsten Prinzipien des Kriegsrechts missachteten”. Für ihre Ermittlungen befragten die Menschenrechtler 32 Bewohner der Stadt persönlich und fünf weitere per Telefon. Zudem wurden Beweise vor Ort dokumentiert, Fotos und Movies sowie Satellitenaufnahmen gesichtet.

Bundesnetzagentur bereitet sich weiter auf Gasengpass vor

14.30 Uhr: Vor dem Hintergrund des andauernden Ukraine-Kriegs bereitet sich die Bundesnetzagentur weiterhin auf einen Erdgas-Engpass vor. Am Donnerstag startete die Behörde eine Datenerhebung bei deutschen Gasnetzbetreibern. “Wir bereiten uns intensiv auf eine Lage vor, in der die Bundesnetzagentur Lieferreduzierungen von großen Gasverbrauchern verfügen muss. Gleichzeitig tun wir alles, damit diese Situation nicht eintritt”, sagte Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller.

Die Datenabfrage bei den Netzbetreibern diene der Vorbereitung auf eine ab Mai geplante weitere Datenabfrage bei den deutschen Fuel-Großverbrauchern ab einer Anschlusskapazität von zehn Megawattstunden professional Stunde. Zum Vergleich: Ein Musterhaushalt hat einen Verbrauch von rund 20 Megawattstunden, allerdings professional Jahr.

Ukraine-Krieg: Moskau wartet auf Antwort aus Kiew

14.22 Uhr: Russland erwartet nach der Übergabe eines neuen ausformulierten Vorschlags für eine Beendigung des Krieges eine Antwort von der Ukraine. Der ukrainischen Delegation sei der Entwurf eines möglichen künftigen Dokuments übergeben worden, betonte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag der Agentur Interfax zufolge. Er zeigte sich zugleich erstaunt über Äußerungen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, der am Vortag erklärt hatte, nichts gehört und gesehen zu haben.

“Das wirft auch gewisse Fragen auf, warum man Präsident Selenskyj nicht über unsere Textfassungen informiert”, sagte Peskow. Er hatte Kiew zuletzt vorgeworfen, es an Einsatz bei den Verhandlungen fehlen zu lassen. “Wir warten weiter.”

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Mörser statt Panzer: 210 Angebote der deutschen Industrie an Ukraine

14.03 Uhr: Die Bundesregierung hat der ukrainischen Regierung bereits Ende März eine Liste mit 210 Angeboten für Rüstungslieferungen der deutschen Industrie im Gesamtwert von 307 Millionen Euro vorgelegt. Darauf finden sich Panzerabwehrwaffen, Granaten, Drohnen, Schutzausrüstung und Munition. Die schwersten dort aufgeführten Waffen sind 12 Mörser mit einem Kaliber von 120 Millimeter. Panzer, schwere Artilleriegeschütze, Kampfhubschrauber oder Kampfflugzeuge sind darauf nicht zu finden. Die Liste mit der Überschrift “Unterstützungsmöglichkeiten Industrie – Konsolidiert” vom 29. März liegt der Deutschen Presse-Agentur vor, zuerst hatte “Bild” darüber berichtet.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte am Dienstag angekündigt, dass die Bundesregierung Rüstungsgüter der deutschen Industrie in die Ukraine liefern werde. Er sprach von einer Liste, auf der stehe, was die deutschen Rüstungsunternehmen in nächster Zeit liefern könnten. Darunter seien wie bisher Panzerabwehrwaffen, Luftabwehrgeräte, Munition “und auch das, was man in einem Artilleriegefecht einsetzen kann”.

Konkret stehen auf der Liste 5150 Panzerabwehrwaffen, die bis zu 500 Meter weit schießen können. Außerdem zählen zu den Angeboten 18 kleine Aufklärungsdrohnen, 3000 Nachtsichtgeräte, mehr als 3000 Handfeuerwaffen, 30 Anti-Drohnen-Gewehre sowie gepanzerte Fahrzeuge. Der größte Teil der Angebote fällt in die Kategorien Aufklärungstechnik (circa 162 Millionen Euro), persönliche Schutzausrüstung (circa 79 Millionen Euro) und Handfeuerwaffen (circa 41 Millionen Euro).

Schwedische Regierung will bei Nato-Frage schneller vorankommen

13.59 Uhr: Die schwedische Regierung will auf dem Weg zu einem Beschluss zu einer möglichen Nato-Mitgliedschaft zügiger vorankommen. Eine für den 31. Mai geplante sicherheitspolitische Analyse der Parlamentsparteien sollte bereits am 13. Mai vorgelegt werden, schlug Außenministerin Ann Linde am Donnerstag in einem Interview des schwedischen Radios vor. Unter anderem angesichts einer bereits in Finnland vorgelegten Analyse stehe Schweden unter Druck, seine eigenen Abwägungen zu veröffentlichen, sagte Linde. Man müsse jedoch alle kurz- wie langfristigen Aspekte berücksichtigen.

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs soll sich die Analyse auch mit der schwedischen Nato-Frage befassen. In dem Bericht der finnischen Regierung waren in der vergangenen Woche ebenfalls Vorteile und Risiken eines Nato-Beitritts aufgezeigt worden, ohne jedoch einen klaren Bescheid für oder gegen einen finnischen Nato-Antrag zu geben. Seit Mittwoch debattiert das finnische Parlament über den Bericht.

Papst fordert Waffenruhe für orthodoxes Osterfest in Ukraine

13.24 Uhr: Papst Franziskus hat im Vorfeld des Osterfestes der orthodoxen Christen am kommenden Wochenende zu einer Waffenruhe im Ukraine-Krieg aufgefordert. Der Heilige Stuhl und der Heilige Vater schließen sich dem Appell von UN-Generalsekretär António Guterres und dem Großerzbischof der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, Swjatoslaw Schewtschuk, vom 19. April an, wie der Vatikan am Donnerstag mitteilte.

Franziskus fordere die Verantwortlichen der Länder auf, “den Schrei des Friedens der Menschen zu hören”. Das Oberhaupt der katholischen Kirche bete dafür, dass die in den Kriegsgebieten eingeschlossene Bevölkerung evakuiert werde. Orthodoxe Christen begehen Ostern in diesem Jahr am 24. April. Sie stellen die größte Glaubensgruppe in der Ukraine.

Chef des russischen Lukoil-Konzerns zurückgetreten

13.15 Uhr: Der Chef des russischen Ölkonzerns Lukoil, Wagit Alekperow, ist von seinem Posten zurückgetreten. Der Konzern veröffentlichte am Donnerstag eine knappe Mitteilung mit der Info über die Personalie, gab aber keinen Grund für den Schritt an. Demnach verlässt Alekperow auch den Aufsichtsrat des von ihm gegründeten Unternehmens. Lukoil ist die Nummer zwei auf dem russischen Erdölmarkt.

Alekperows Erdölkonzern hatte Anfang März ein sofortiges Ende des Militäreinsatzes in der Ukraine gefordert. “Wir setzen uns für die sofortige Beendigung des bewaffneten Konflikts ein und unterstützen voll und ganz dessen Lösung durch den Verhandlungsprozess und mit diplomatischen Mitteln”, hieß es in einer Mitteilung vom 3. März.

Dänisches Parlament genehmigt Entsendung von Soldaten nach Lettland

12.55 Uhr: Das dänische Parlament hat Pläne der Regierung abgesegnet, angesichts des russischen Einmarsches in die Ukraine bis zu 1000 Soldaten ins baltische Nato-Land Lettland zu entsenden. Die Kammer in Kopenhagen stimmte am Donnerstag mit breiter Mehrheit für eine entsprechende Beschlussvorlage der Regierung zu einem gesteigerten militärischen Beitrag Dänemarks zur Nato-Verteidigung. Es deal with sich um ein klares Sign an die baltischen Staaten, dass Dänemark deren Sicherheitssituation ernstnehme, sagte der dänische Außenminister Jeppe Kofod dazu vor den Abgeordneten.

Es wird damit gerechnet, dass das Kampfbataillon bereits Anfang Mai startklar ist, um sich dem Nato-Kommando in Lettland anzuschließen. Neben dem Bataillon stellt das skandinavische EU-Land der Nato außerdem unter anderem ein Überwachungsflugzeug, eine Fregatte und ein mobiles Luftverteidigungsradar zur Verfügung.

Kleeblatt-Konzept: Behandlung von 42 Kriegsverletzten in Deutschland

12.50 Uhr: Das Lagezentrum beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat seit Beginn des russischen Angriffs die Behandlung von insgesamt 42 Patienten aus der Ukraine in Deutschland organisiert. Das teilte eine Sprecherin der Bonner Behörde der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag mit. Die Betroffenen wurden nach dem sogenannten Kleeblatt-Prinzip innerhalb Deutschlands verteilt – additionally auf die Regionen, in denen gerade ausreichend Kapazitäten vorhanden sind.

Der Großteil der mit Unterstützung des Gemeinsamen Melde- und Lagezentrums des Bundes und der Länder geplanten Transportflüge sei von der Bundeswehr durchgeführt worden, teilte die Sprecherin mit. Am Transport von Patientinnen und Patienten sowie von Begleitpersonen aus der Ukraine hätten sich zudem die ADAC Luftrettung, der Malteser Hilfsdienst, die Luftrettung der Johanniter-Unfall-Hilfe, das Deutsche Rote Kreuz und die DRF Luftrettung beteiligt.

Deutscher Tierschutzbund rettet Tiere aus Odessa

12.30 Uhr: Im Rahmen der Hilfsaktion des Deutschen Tierschutzbundes wurde Haustiere aus Odessa geretteten. So erreichten 42 Hunde und sieben Katzen, die der Deutsche Tierschutzbund aus seinem Tierschutzzentrum in Odessa evakuieren musste, Einrichtungen in Bayern und Schleswig-Holstein.

“Als wir 2005 unser Tierschutzzentrum in Odessa eröffneten, hätten wir nie damit gerechnet, Tiere eines Tages aus einem Krieg evakuieren zu müssen”, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Polens Grenzschutz zählt quick 2,9 Millionen Einreisen aus Ukraine

12.05 Uhr: Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine haben sich quick 2,9 Millionen Menschen von dort ins Nachbarland Polen in Sicherheit gebracht. Das teilte der polnische Grenzschutz am Donnerstag auf Twitter mit. Am Mittwoch kamen rund 22 300 Flüchtlinge – ein Rückgang um 11 Prozent im Vergleich zum Tag zuvor.

Ebenso viele Menschen (22.300) überquerten am selben Tag die Grenze Richtung Ukraine. Insgesamt sind seit Beginn des Krieges am 24. Februar 779 000 Menschen von Polen aus in die Ukraine eingereist. Dabei handelte es sich nach Angaben der Behörden zum Großteil um ukrainische Staatsbürger. Sie reisen meist in Gebiete, die die ukrainische Armee zurückerobert hat. Es gibt keine offiziellen Angaben, wie viele der Kriegsflüchtlinge in Polen geblieben und wie viele in andere EU-Staaten weitergereist sind.

Söder fordert vom Bund klare Linie bei Waffenlieferungen an Ukraine

11.45 Uhr: Die Ukraine muss nach Ansicht von CSU-Chef Markus Söder auch aus Deutschland mit Waffen beliefert werden. “Ich sage ja, es müssen Waffen geliefert werden”, sagte Bayerns Ministerpräsident am Donnerstag zum Auftakt des Ludwig-Erhard-Gipfels in Gmund am Tegernsee. Die Ukraine müsse ihren Freiheitskampf führen können.

Die Bundesregierung brauche in der Frage nach Waffenlieferungen eine klare Linie, tägliches Streiten sei in dieser State of affairs der falsche Weg. Stattdessen gebe sie aber ein unentschlossenes Bild ab, dieses hinterlasse ein “seltsames Gefühl der Instabilität”, betonte Söder. “Es braucht ein international abgestimmtes Vorgehen.” Deutschland dürfe nicht hinterherhinken.

Ob Söder auch explizit für die Lieferung von sogenannten schweren Waffen sei, ließ er offen. Hier müsse die Bundesregierung entscheiden, zudem sei nicht mal klar definiert, was schwere Waffen seien. Klar sei, dass niemand einen Kriegseintritt der Nato oder Deutschlands wolle.

Deutschland bereitet Ringtausch für Waffenlieferungen vor

11.15 Uhr: Die Bundesregierung bereitet einen Ringtausch für die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine vor. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur vom Donnerstag soll dabei der Nato-Companion Slowenien eine größere Stückzahl seiner T-72-Kampfpanzer an die Ukraine abgeben und aus Deutschland dafür den Schützenpanzer Marder sowie den Radpanzer Fuchs erhalten.

Das noch aus der Sowjetzeit stammende Waffensystem T-72 wird vom ukrainischen Heer bereits eingesetzt und erfordert keine umfangreiche Zusatzausbildung. Nach Informationen der dpa aus Regierungskreisen hat Slowenien als Kompensation auch moderneres Gerät aus Deutschland angefordert, darunter den deutschen Kampfpanzer Leopard 2, den Radpanzer Boxer sowie den Schützenpanzer Puma, der in der Bundeswehr als Nachfolger des seit 50 Jahren genutzten Marder eingeführt wird.

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) bestätigte unterdessen am Donnerstag, dass Deutschland ukrainische Soldaten an der Panzerhaubitze 2000 ausbilden werde. “Weil wir das Knowhow haben, um daran auszubilden. Das ist eine Möglichkeit, um auch diesen Support zu leisten”, sagte Lambrecht in der Sendung “Frühstart” von RTL/ntv.

Russisches Militär meldet Einnahme ukrainischer Befestigungsanlage

10.45 Uhr: Die russischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben die Kleinstadt Kreminna im Osten der Ukraine eingenommen, die zuvor von der ukrainischen Armee in eine Befestigungsanlage verwandelt worden battle. “Durch schneidiges und aufeinander abgestimmtes Handeln der Sturmtruppen ist es gelungen, schwere Zerstörungen von Objekten der städtischen Infrastruktur zu vermeiden”, teilte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Donnerstag mit.

Daneben berichtete der Generaloberst über den intensiven Beschuss von Zielen in der Ukraine. So habe die russische Luftwaffe in der Nacht 20 Angriffe gegen Truppenansammlungen und Militärtechnik geflogen. Raketenstreitkräfte und Artillerie wiederum hätten 1001 Militärobjekte in der Ukraine beschossen, darunter Kommandopunkte, Artilleriestellungen und Truppenansammlungen. Von der russischen Luftabwehr sei eine ukrainische Rakete des Typs Totschka-U abgefangen worden, teilte Konaschenkow zudem mit.

Mariupol offenbar unter russischer Kontrolle

10.35 Uhr: Das russische Militär hat nach Angaben von Verteidigungsminister Sergej Schoigu die umkämpfte südostukrainische Hafenstadt Mariupol unter seine Kontrolle gebracht. Das teilte Schoigu bei einem mit Kreml-Chef Wladimir Putin im Staatsfernsehen übertragenen Treffen mit.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

London: Russland rückt Richtung Kramatorsk vor

10.16 Uhr: Nach Einschätzung britischer Geheimdienste rücken russische Truppen in der Ukraine derzeit von Stützpunkten im Donbass in Richtung Kramatorsk vor. Die ostukrainische Stadt leide unter anhaltenden Raketenangriffen, hieß es in einem Replace des britischen Verteidigungsministeriums.

Russland versuche, mit zahlreichen Luftangriffen die ukrainischen Verteidigungssysteme zu zerstören. Schon seit Wochen veröffentlicht die britische Regierung in ungewöhnlich offener Artwork und Weise regelmäßig Geheimdienstinformationen zum Verlauf des Angriffskrieges. Moskau wirft London eine gezielte Informationskampagne vor.

Ostukraine: Alle Proviantlager in Großstadt Sjewjerodonezk vernichtet

9.43 Uhr: Russische Angriffe haben in der Nacht nach Angaben der Gebietsverwaltung in mehreren Städten des ostukrainischen Gebiets Luhansk schwere Schäden hinterlassen. “In Sjewjerodonezk ist nicht ein einziges heiles Proviantlager übrig geblieben”, teilte der Gouverneur von Luhansk, Serhij Hadjdaj, am Donnerstag auf dem Fb-Kanal der Gebietsverwaltung mit. Die Einwohner könnten nur noch mit humanitären Hilfslieferungen versorgt werden.

Zudem seien mehrere Häuser in den Städten Rubischne und Nowodruschesk zerstört worden, teilte Hajdaj weiter mit. Beide Städte gelten als schwer umkämpft. Prorussische Separatisten meldeten jüngst die Einnahme von Rubischne. Ukrainische Stellen bestätigen zumindest eine teilweise Eroberung der Stadt durch russische Einheiten. Unabhängig konnten die Berichte nicht überprüft werden.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Hier startet ein neuer Newsblog. Ältere Nachrichten zum Ukraine-Krieg lesen Sie hier.

(fmg/dpa/AFP/epd)

Dieser Artikel erschien zuerst auf www.waz.de


Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt’s hier: Politik


Supply hyperlink

Leave a Reply

Your email address will not be published.

close