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Köln gegen FC Bayern: Endlich eine Kampfansage

München. 
Bayerns Trainer Nagelsmann zeigt sich erfreut über Baumgarts Kampfansage. Davies fällt wegen einer Entzündung des Herzmuskels aus.

Eine Stunde war gespielt, als der 1. FC Köln nach einem Muster traf, das sich im Laufe der Saison oft wiederholen sollte. Jonas Hector flankte von der linken Seite, Anthony Modeste beförderte den Ball mit seinem Kopf ins Tor, und die Kölner Fans sangen wieder diesen Song, in dem es auf alle Fragen nur eine Antwort gibt: Anthony Modeste. Ereignet hatte sich das am zweiten Spieltag der laufenden Bundesligasaison, als der Angreifer beim FC Bayern zum 1:2 aus Kölner Sicht traf, ehe Mark Uth kurz darauf den Ausgleich erzielte. Am Ende verlor Steffen Baumgarts Mannschaft zwar 2:3. Dafür aber fühlte sie sich bestätigt, mit ihrem neuen Offensivstil für Furore sorgen zu können. Sogar in München.

Inzwischen grüßt Köln von Tabellenplatz sechs, Modeste hat neun seiner zwölf Saisontore mit dem Kopf erzielt, ein Bundesliga-Rekord nach 18 Spieltagen. Auch deshalb hat Baumgart seiner Zuversicht vor dem Gegenbesuch der Münchner an diesem Samstag in Köln Ausdruck verliehen, nach seinen drei 2:3-Niederlagen als Trainer in drei Bundesligaspielen die Bayern erstmals bezwingen zu können. „Ich habe ein gutes Gefühl, dass es durchaus gelingen kann“, sagte der 50-Jährige. Ohnehin findet er, dass die Liga den Bayern mit mehr Mut begegnen sollte. „Mir wird viel zu viel darüber gesprochen, dass wir alle keine Chance haben. Doch, wir haben eine Chance, wir haben eine große Chance am Samstag zu gewinnen“, befand Baumgart.

Bayern-Trainer Julian Nagelsmann lobt den 1. FC Köln

Beim FC Bayern haben sie diese Kampfansage vernommen, und Julian Nagelsmann lobte seinen Kollegen für dessen Mut. „Das ist ein extrem cooler Typ und guter Trainer“, sagte Nagelsmann am Freitag, „die Aussagen haben mich sehr erinnert an mich selber, als ich noch andere Klubs trainiert habe“, also Hoffenheim und Leipzig. Vor allem zu Beginn seiner Karriere als Profitrainer „habe ich auch immer so forsche Aussagen rausgehauen vor den Spielen. Ich glaube, das musst du auch, um tatsächlich eine Chance zu haben. Du willst ja Glauben in der Kabine entwickeln.“

Die Münchner ahnen, dass ihnen ein ähnlich kompliziertes Spiel bevorstehen könnte wie im August, als ihnen nach einem 1:1 in Mönchengladbach der erste Bundesligasieg mit ihrem neuen Trainer gelang. Nun liegt eine 1:2-Niederlage gegen die Borussia hinter ihnen, bei der sie auf 13 Spieler verzichten mussten, neun davon wegen einer Corona-Infektion. Mit sechs Rückkehrern (Neuer, Sané, Upamecano, Tolisso, Nianzou und Richards) plant Nagelsmann nun zwar im Kader, dafür gibt es schlechte Nachrichten von Alphonso Davies. Laut Nagelsmann wurden bei dem Linksverteidiger, der zuletzt ebenfalls mit dem Corona-Virus infiziert war, am Donnerstag bei einer Nachuntersuchung „Anzeichen einer leichten Herzmuskelentzündung festgestellt“. Diese sei „nicht dramatisch“, Davies werde aber in den kommenden Wochen nicht zur Verfügung stehen, weil die Myokarditis komplett ausheilen müsse.


Leon Goretzka fehlt dem FC Bayern weiterhin

Auch Mittelfeldspieler Leon Goretzka wird wegen seiner Beschwerden an der Patellasehne weiterhin fehlen. Um eine Operation ist der deutsche Nationalspieler vorerst herumgekommen, man werde es „nochmal mit einer medikamentösen Therapie versuchen“ sowie mit einem Aufbautraining, sagte Nagelsmann. Auch auf Lucas Hernández (nach Corona), Kingsley Coman (Oberschenkel), Josip Stanisic (Reha) sowie Eric Maxim Choupo-Moting und Bouna Sarr (beide Afrika-Cup) muss er in Köln weiterhin verzichten. Immerhin muss Nagelsmann die Bank nicht mehr ausschließlich mit Amateur- und Nachwuchskickern besetzen wie gegen Gladbach. Die Talente Paul Wanner und Lucas Copado sind aber erneut eingeplant.


Die erste Verabredung mit Baumgarts Elf hat vor allem Sané noch in Erinnerung. Der 22. August 2021 dürfte ja der unangenehmste Sommertag seines Lebens gewesen sein. Damals war er von einigen Münchner Anhängern lautstark ausgepfiffen und bei seiner Auswechselung mit höhnischem Applaus bedacht worden. Es sollte der Wendepunkt für den deutschen Nationalspieler und Königstransfer von 2020 in München werden. Denn das Negativerlebnis wandelte der 26-Jährige in positive Energie um, in Fleiß und Einsatzfreunde. Nagelsmann lobte danach, Sané habe eine „extrem gute Entscheidung getroffen“. Längst zählt Sané mit wettbewerbsübergreifend je elf Toren und Vorlagen zu den Leistungsträgern der Bayern, nur Robert Lewandowski (31/3) und Thomas Müller (8/18) haben in dieser Saison mehr Torbeteiligungen angehäuft.

Anthony Modeste ist der gefährlichste Kölner

Bei den Kölnern hat Modeste mit Abstand die meisten Torbeteiligungen vorzuweisen. Deren 15 (14/1) sind es, und sollte der 33 Jahre alte Angreifer nun dazu beitragen, Baumgarts Wunsch nach seinem ersten Sieg gegen den FC Bayern zu erfüllen, wäre es zugleich der erste der Kölner seit fast elf Jahren und seit 15 vergeblichen Versuchen. Das Erfolgsmuster Flanke, Kopfball Modeste ist den Bayern ebenso geläufig wie der dazugehörige Song. Sie wollen verhindern, dass nun die immer gleiche Antwort auf Fragen wie diese gesungen wird: Wer feiert täglich Schützenfest? Anthony…


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