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Darum soll Gelsenkirchens Impfzentrum jetzt doch öffnen

Gelsenkirchen. 
Kehrtwende in der Corona-Politik in Gelsenkirchen: Jetzt soll das Impfzentrum in der Emscher-Lippe-Halle doch wieder reaktiviert werden.

Dass sich die Ereignisse und Entscheidungen in der Corona-Pandemie mittlerweile überschlagen, daran hat man sich nach fast zwei Jahren Krise schon beinahe gewöhnt. Am Freitag überraschte die Stadt mit der Ankündigung, dass jetzt doch das Impfzentrum in der Emscher-Lippe-Halle wieder in Betrieb genommen werden soll. Dabei hatten die Verantwortlichen das noch Mitte der Woche ausgeschlossen.

„Ich habe heute gemeinsam mit dem Krisenstabsleiter entschieden, dass wir sofort alle organisatorischen und baulichen Maßnahmen treffen, um noch vor Weihnachten das Impfzentrum zu öffnen“, ließ Oberbürgermeisterin Karin Welge am Freitagnachmittag per Pressemitteilung verlauten. Schon ab Montag würden die entsprechenden technischen Ein- und Umbauarbeiten in der Emscher-Lippe-Halle beginnen mit dem Ziel, das Impfzentrum am 17. Dezember mit zunächst zwei Impfstraßen betriebsbereit zu haben.

So soll der Betrieb im Gelsenkirchener Impfzentrum laufen

Im Endausbau sollen dann vier Impfstraßen dort betrieben werden können – inklusive einer Ausbaureserve von zwei Straßen. Geöffnet sein soll das Impfzentrum dann an sieben Tagen in der Woche in der Zeit von 8 bis 19 Uhr. Dort können alle Impfwilligen, die berechtigt sind, unbürokratisch und ohne Terminvergabe ihre Erst-, Zweit- und Auffrischungsimpfungen erhalten.

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Noch am Dienstag hatte das ganz anders geklungen, Krisenstabsleiter Luidger Wolterhoff hatte die Notwendigkeit für die Wiedereröffnung des Impfzentrums verneint. „Wenn wir mit zwei Bussen unterwegs sind und täglich bis zu 1000 Menschen mobil impfen, dann werden wir schnell allen Interessierten ein Impfangebot machen können. Weitere stationäre, unflexible Impfstellen brauchen wir nicht“, so Wolterhoff im Gespräch mit der WAZ am Dienstag. Nur drei Tage später erweist sich diese Aussage als überholt.

Riesiger Ansturm auf den Impfbus in Altstadt und Erle

Zum Sinneswandel beigetragen hat möglicherweise auch der riesige Ansturm auf den Impfbus in dieser Woche. Beim Stopp auf dem Heinrich-König-Platz am Mittwoch kamen wesentlich mehr Menschen, als die Stadt wohl erwartet hatte, und auch in Erle am Donnerstag bildete sich vor dem Bus eine lange Schlange von Impfwilligen. Die Stadt reagierte und kündigte Mitte der Woche an, dass das Angebot des Impfbusses ausgeweitet werden soll.

Im Anfangsbetrieb seien im Impfzentrum rund 500 Impfungen am Tag, später dann 1000 Impfungen am Tag möglich, teilte die Stadt mit. An den beiden Impfbussen seien zusätzlich rund 1000 Impfungen am Tag möglich.

Impfbus weitet seine Einsatzzeiten weiter aus

„Damit übernehmen wir als Stadt deutlich Verantwortung – weit mehr, als das Land an Impfungen bei den Kommunen sah“, so Welge. Gerade die Auffrischungsimpfungen hätten eigentlich bei den niedergelassenen Ärzten erfolgen sollen. „Aber wir nehmen an allen Ecken und Enden die Schwierigkeiten der Menschen wahr, Termine zu erhalten“, übte die Oberbürgermeisterin indirekt Kritik an den Hausärzten. „Deswegen springen wir nun in die Bresche.“

Ganz so schnell wie von vielen Bürgerinnen und Bürgern erhofft geht das allerdings nicht. Mit dem Einsatz des zweiten Impfbusses ist nicht vor Anfang Dezember zu rechnen, und bis das Impfzentrum wieder öffnet, werden auch noch knapp vier Wochen ins Land ziehen. Immerhin: Die Einsatzzeiten des jetzigen Impfbusses sollen noch einmal deutlich ausgeweitet werden. Ab kommenden Freitag, 26. November, soll der Impfbus an jedem Einsatztag im Zwei-Schichtmodell arbeiten und täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet sein.


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