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Corona: RKI-Zahlen steigen drastisch ++ Erstmals über 80.000 Neuinfektionen

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet einen Rekordwert bei den Corona-Zahlen. Es gibt mehr als 80.000 Neuinfektionen. Mehr im Blog.

  • Das RKI meldet am Mittwoch einen neuen Rekordwert bei den Corona-Zahlen
  • Der Weltärztebund-Vorsitzende Montgomery kritisiert Langsamkeit der Politik bei Impfpflicht.
  • Patientenschützer fordern Angebote für die vierte Impfung
  • Der Außenhandelsverband warnt vor einer Störung der Lieferketten durch Omikron

Berlin. Die Corona-Pandemie in Deutschland spitzt sich zu. Täglich meldet das Robert Koch-Institut (RKI) dramatisch steigende Zahlen. Am Mittwochmorgen überstieg die Zahl der Neuinfektionen erstmals die Schwelle von 80.000. Auch andere Länder, wie Frankreich, verzeichnen derzeit Redkordwerte. Damit scheint eine erneute Verschärfung der Regeln wahrscheinlich. Auch die Beschlüsse des jüngsten Corona-Gipfels dürften nicht auszureichen, um die ansteckendere Omikron-Variante aufzuhalten, befürchten Experten. Gleichzeitig wird diskutiert, wann die vierte Corona-Impfung notwendig sein wird.

Mehr dazu: Corona in Deutschland – Die aktuellen Zahlen des RKI im Überblick



Corona-News von Mittwoch, 12. Januar 2022: Montgomery kritisiert Langsamkeit der Politik bei Impfpflicht

6.08 Uhr: Weltärztebund-Vorsitzender Frank Ulrich Montgomery zeigt kein Verständnis dafür, dass die Impfpflicht auf sich warten lässt. In “RTL Direkt” sagte Montgomery: Die “Politik ist derzeit sehr langsam”, bei der Umsetzung der MPK-Beschlüsse zur Quarantäne und auch bei der Impfpflicht: “Wenn ich höre, dass der Bundestag nicht zusammentreten kann, weil Karnevalswoche ist und dann keine Sitzung stattfindet, dann ist das ein Schlag ins Gesicht aller Ärzte und Krankenschwestern, die immer Bereitschaftsdienst machen, zu jeder Tag- und Nachtzeit. Das kann kein Argument sein, die sollen jetzt Mal zu Potte kommen!”

Erstmals über 80.000 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages

5.36 Uhr: Die Zahl der binnen eines Tages ans Robert Koch-Institut übermittelten Corona-Neuinfektionen hat erstmals die Schwelle von 80.000 Fällen überschritten. Die Gesundheitsämter meldeten nach RKI-Angaben von Mittwochmorgen 80.430 Fälle in 24 Stunden.

Vor genau einer Woche waren es 58.912 erfasste Neuinfektionen, wobei es im Zuge der Feiertage Lücken bei Tests und Meldungen gegeben hatte. Die Sieben-Tage Inzidenz gab das RKI mit 407,5 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 387,9 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 258,6 (Vormonat: 390,9).

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 384 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 346 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 7 661 811 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Dienstag mit 3,34 an (Montag mit 3,37). Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Mittwochmorgen mit 6 836 600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 114 735.

DGB zur Belastung im Homeoffice

5.30 Uhr: Der Deutsche Gewerkschaftsbund kritisiert die Bundesregierung, weil diese in ihrem Koalitionsvertrag nicht auf die Belastung der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen im Homeoffice eingehe. “Fast zwei Jahre Pandemie und improvisiertes Arbeiten im Homeoffice hinterlassen Spuren bei den Beschäftigten”, sagte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel unserer Redaktion.

Einer neuen Umfrage der Techniker Krankenkasse zufolge fühle sich jeder vierte von zehn Beschäftigten wegen der schlechten Büro-Ausstattung im Homeoffice belastet. Dieses Ergebnis sei wenig überraschend: “Die ergonomisch unzureichende Situation an Küchentischen, in Kinderzimmern und auf der Couch hat Folgen” so Piel. Bei gleichzeitiger Arbeitsverdichtung, Dauererreichbarkeit und Mehrfachbelastung sind Arbeit, Betreuungsaufgaben in der Familie und Isolation in den eigenen vier Wänden sei das eine erhebliche körperliche und psychische Belastung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

“Umso enttäuschender, dass der Ampel-Koalitionsvertrag keine echten Lösungen bietet. Weder wird Homeoffice in den Geltungsbereich der Arbeitsstättenverordnung aufgenommen, noch führt die neue Bundesregierung eine Anti-Stress-Verordnung ein, um zunehmende psychische Belastungen im Job zu bekämpfen”, sagte Piel unserer Redaktion. Beides sei längst überfällig.

Patientenschützer fordern Angebote für vierte Impfung

3.17 Uhr: Patientenschützer fordern eine Ausweitung des Impfangebots auf eine vierte Dosis: “Jeder sollte die Möglichkeit erhalten, bis zum Sommer ein viertes Impfangebot mit den aktuell verfügbaren Wirkstoffen in Anspruch nehmen zu dürfen”, sagte Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, unserer Redaktion. Dies könne gerade für besonders gefährdete Gruppen hilfreich sein. Zudem müsse die Einführung eines an die Virusvarianten angepassten Corona-Impfstoffes vorbereitet werden: “Hierfür muss der Bundestag spätestens im Juni die Verteilung priorisiert haben.” Hochbetagte, Pflegebedürftige und Schwerstkranke dürften hier nicht die Verlierer sein.

Christian Karagiannidis, Intensivmediziner und Mitglied des Corona-Expertenrats der Bundesregierung, riet dagegen davon ab, jetzt schon eine vierte Impfung anzubieten: “Wir sollten uns mit der vierten Impfung noch etwas Zeit lassen”, sagte er unserer Redaktion. Dreifach Geimpfte hätten einen guten Schutz vor Infektion gegen Omikron, vor einem schweren Verlauf ohnehin. “Bei den allermeisten besteht deswegen im Moment keine Notwendigkeit für einen erneuten Booster.” In Einzelfällen aber könne es sinnvoll sein, Patienten eine vierte Dosis zu geben, so der Mediziner. Etwa dann, wenn jemand nach einer Transplantation oder durch eine Immunerkrankung auch nach drei Impfungen noch eine zu geringe Immunantwort habe. “Mit einer systematischen vierten Impfung sollten wir warten, bis ein angepasster Impfstoff da ist.”

Umfrage Techniker Krankenkasse: Vier von zehn Beschäftigten fühlen sich im Homeoffice belastet

2.32 Uhr: Vier von zehn Beschäftigten fühlen sich im Homeoffice wegen eines schlecht ausgestatteten Arbeitsplatzes belastet, jeder Fünfte davon sogar “häufig”. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse, die unserer Redaktion vorab vorliegt. Gerade ein improvisierter nicht ergonomischer Arbeitsplatz in der Küche oder auf dem Sofa könne zu Problemen führen. “Das kann langfristig auch Auswirkungen auf den Rücken und die Sitzhaltung haben. Auf Dauer ist das keine Lösung”, sagte David Surges aus dem Gesundheitsmanagement der Techniker Krankenkasse zu den Umfrageergebnissen.

Zu einer korrekten Arbeitsplatzausstattung gehöre laut dem Gesundheitsexperten ein ausreichend großer Schreibtisch und ein höhenverstellbarer Stuhl. “Aber auch regelmäßige Bewegungseinheiten sind wichtig. Zum Beispiel sollte die Sitzhaltung regelmäßig variiert werden. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz rät, zwei bis viermal die Stunde”, so Surges.

Corona-Hilfen: Mittelstand fordert Sondersitzung des Bundestags

1.59 Uhr: Der Mittelstand fordert von der Politik eine Sondersitzung des Bundestags, um über das weitere Verfahren von Beschränkungen und Hilfen für die Wirtschaft zu entscheiden. “Nach zwei Jahren Corona-Pandemie agiert die Politik in weiten Teilen unverändert konfus und konzeptionslos”, sagte der Bundesgeschäftsführer des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), Markus Jerger, unserer Redaktion. Unternehmen bräuchten Planungssicherheit.

“Deshalb muss endlich über die Parteigrenzen hinweg Klarheit über das weitere Verfahren hergestellt werden. Das schließt eine kurzfristig anberaumte Sondersitzung des Bundestags ausdrücklich mit ein”, sagte Jerger. Es sei nicht die Zeit für parteipolitisch motivierte Schaukämpfe. “Der Mittelstand erwartet, dass die zum Teil chaotischen organisatorischen Zustände schnellstens beendet werden. Corona-Hilfen müssen unbürokratisch gezahlt und nicht unbedacht wieder infrage gestellt werden”, sagte Jerger.

Außenhandelsverband warnt vor massiven Störungen der Lieferketten durch Omikron

1.01 Uhr: Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) warnt angesichts der steigenden Infektionszahlen durch die Omikron-Welle vor massiven Störungen der Lieferketten. “Es droht kein Zusammenbruch, aber eine massive Störung der Lieferketten – zumindest temporär”, sagte BGA-Präsident Dirk Jandura unserer Redaktion. Werde Omikron einen eher milderen Verlauf nach sich ziehen, sei ein lang anhaltender Zusammenbruch der Lieferketten zwar eher unwahrscheinlich.

Dennoch warnte der BGA-Präsident: “Da Omikron sich aber deutlich schneller weltweit verbreitet, kann es im schlimmsten Fall schon zu weitreichenden Unterbrechungen im globalen Liefernetzwerk kommen.” Viele Großhändler hätten ihre Lieferketten mittlerweile flexibilisiert, um auf Störungen besser vorbereitet zu sein. “Aber: Gegen eine weltweit zuschlagende Pandemie kann man sich nach wie vor nicht völlig absichern”, sagte Jandura. Würde etwa ein Viertel der Beschäftigten in der Logistik erkranken oder sich in Quarantäne befinden, könne das niemand auffangen. Auch die Politik könne die Wirtschaft vor gestörten Lieferketten nicht schützen. “Das muss der Markt schon alleine regeln, auch wenn das weh tut”, sagte Jandura. Es brauche aber weiterhin unbürokratische Hilfe sowie Entlastung durch niedrigere Strom- und Energiepreise.

Hier startet ein neuer Corona-Blog. Alle Corona-News von Dienstag, 11. Januar 2022, finden Sie hier.

(fmg/dpa/afp/epd)


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