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Corona: RKI meldet Rekord-Inzidenz ++ Streit um Booster-Impfstoff

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist auf einen Höchststand gestiegen. 2G-Rgelungen werden vielerorts ausgebaut. Mehr im Blog.

  • Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Inzidenz am Sonntagmorgen mit 372,7
  • Tausende Menschen demonstrieren gegen den neuen Lockdown in Österreich
  • Christian Drosten hat sich zur Sicherheit von Schnelltests geäußert
  • Das Gesundheitministerium will die Auslieferung des Biontech-Impfstoffs begrenzen
  • RKI-Chef Lothar Wieler warnt vor einer fünften Welle
  • Das RKI hat am Samstag neue Rekord-Zahlen gemeldet

Berlin. Die vierte Corona-Welle trifft Deutschland mit voller Wucht. Die Zahlen, die das Robert Koch-Institut (RKI) laufend meldet, brechen immer neue Rekorde. Am Sonntag erreicht die Sieben-Tage-Inzidenz erneut einen neuen Höchstwert, auch die Situation auf den Intensivstationen verschärft sich weiter. Das aktuell kein Ende der Pandemie in Sicht ist, verdeutlicht auch RKI-Chef Lothar Wieler. Er warnt jetzt schon vor einer fünften Welle.

Mit einer Verschärfung des Infektionsschutzgesetztes versucht die Politik nun, die Kontrolle über die Lage zurückzugewinnen. Der Beschluss sieht unter anderem eine 3G-Regelung im Nah- und Fernverkehr vor. Auch am Arbeitsplatz soll 3G für alle Beschäftigten gelten, die beruflich Kontakt zu anderen haben.


Bund und Länder haben sich auf dem Corona-Gipfel außerdem geeinigt, dass die Hospitalisierungsinzidenz künftig Maßstab für härtere Corona-Regeln wird. Ab einem Wert von drei soll in den Bundesländern die 2G-Regel gelten, ab sechs 2G plus. Zudem wollen die Länder Beschäftigte unter anderem in Krankenhäusern und Pflegeheimen zur Corona-Impfung verpflichten.


RKI meldet aktuelle Corona-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 42.727 Corona-Neuinfektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland liegt bei 372,7 gegenüber 362,2 am Vortag. Lesen Sie dazu: Corona in Deutschland: Fallzahlen und Hospitalisierungsrate

Corona-News von Sonntag, 21. November: Zweite Nacht in Folge Krawalle in den Niederlanden

08.08 Uhr: Bei Protesten gegen die Corona-Beschränkungen in den Niederlanden hat es die zweite Nacht in Folge Ausschreitungen gegeben. In Den Haag setzten am späten Samstagabend hunderte Menschen Fahrräder in Brand und bewarfen Polizisten mit Steinen und anderen Gegenständen, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Es gab mehrere Festnahmen. Am Vorabend hatte es in der Hafenstadt Rotterdam Krawalle mit mehreren Verletzten und Dutzenden Festnahmen gegeben.

Die Demonstranten in Den Haag bewarfen Polizisten auch mit Feuerwerkskörpern, wie der AFP-Reporter schilderte. Die Polizei drängte Gruppen von Demonstranten zurück und setzte einen Wasserwerfer ein, um einen Brand an einer verkehrsreichen Kreuzung zu löschen. Berittene Polizei und Beamte auf Fahrrädern patrouillierten durch Den Haag. Es gab mehrere Festnahmen.

GKV-Spitzenverband: Rund ein Drittel der Präventionsangebote wegen Corona abgebrochen

4.30 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie musste im vergangenen Jahr ein erheblicher Teil von Präventionsangeboten der Kranken- und Pflegekassen ausgesetzt oder abgebrochen werden. Das geht aus einer Befragung von über 100 Krankenkassen durch den GKV-Spitzenverband hervor, die unserer Redaktion vorliegt. Demnach wurden 31 Prozent der sogenannten lebensweltbezogenen Präventionsangebote, etwa in Kitas oder Stadtteilen, nicht über den März 2020 hinaus fortgesetzt.

Bei Angeboten in Betrieben lag dieser Anteil bei 36 Prozent, in stationären Pflegeeinrichtungen bei 24 Prozent. Die übrigen Angebote wurde laut Befragung zwar fortgesetzt, allerdings zum Teil eingeschränkt oder in veränderter Form, zum Beispiel digital oder in kleineren Gruppen. Auch neue Aktivitäten konnten nach Angaben der befragten Kassen seit März 2020 begonnen werden, häufig, weil auf digitale Formate umgestellt wurde.

Corona-News von Samstag, 20. November: Slowakei meldet Rekord: Mehr als 9000 Corona-Neuinfektionen

21.24 Uhr: In der Slowakei hat die Anzahl der Corona-Neuinfektionen einen Rekordwert erreicht. Innerhalb von 24 Stunden kamen 9171 neue Fälle hinzu, wie die Behörden am Samstag mitteilten. Damit lag die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen das erste Mal seit Beginn der Pandemie bei mehr als 9000. Den Angaben zufolge waren 71 Prozent der Neuinfizierten nicht geimpft. Knapp 3000 Menschen wurden wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus behandelt. Die Slowakei hat rund 5,5 Millionen Einwohner.

Während Nachbarländer wie Österreich ihre Corona-Regeln verschärft haben, hat die Slowakei trotz steigender Infektionszahlen gerade erst einen Rückzieher von bereits beschlossenen Maßnahmen gemacht. Am Freitag gaben die Gesundheitsbehörden in Bratislava bekannt, dass die 3G-Pflicht am Arbeitsplatz auf unbestimmte Zeit verschoben werde.

Kabinett beschließt schärfere Corona-Regeln für Schleswig-Holstein

20.14 Uhr: Schleswig-Holsteins Landesregierung hat schärfere Corona-Regeln auf den Weg gebracht. Die am Samstag vom Kabinett beschlossene Corona-Verordnung schließt Menschen ohne Covid-19-Schutzimpfung ab Montag von weiten Teilen des öffentlichen Lebens aus. Das Grundprinzip lautet: Bei Freizeitveranstaltungen gilt 2G (geimpft, genesen), bei beruflichen Veranstaltungen und für Jugendliche 3G (geimpft, genesen oder getestet). Ungeimpfte dürfen keine Innenräume von Freizeitstätten und Gaststätten mehr besuchen. Kinder bis einschließlich sieben Jahren und minderjährige Schüler, die regelmäßig in der Schule getestet werden, sind davon ausgenommen.

An privaten Zusammenkünften innerhalb geschlossener Räume dürfen nicht mehr als zehn ungeimpfte Personen teilnehmen. Ausnahmen gibt es weiterhin für Kinder unter 14 Jahren. Die neue Corona-Verordnung gilt bis zum 15. Dezember.

Tausende demonstrieren in Zagreb gegen Corona-Maßnahmen

18.22 Uhr: Tausende Menschen sind am Samstag durch die kroatische Hauptstadt Zagreb gezogen, um gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung zu protestieren. Nach Angaben des kroatischen Rundfunks hatten Dutzende Autobusse Demonstranten aus dem ganzen Land nach Zagreb gebracht. Die Teilnehmer der Kundgebung forderten immer wieder den Rücktritt des konservativen Regierungschefs Andrej Plenkovic. Außerdem skandierten sie: “Keine Kapitulation!”

Der Protest richtete sich vor allem gegen die jüngsten Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung, die am letzten Dienstag in Kraft getreten waren. Demnach dürfen Amtsgebäude nur mehr noch von Menschen betreten werden, die entweder geimpft, genesen oder getestet sind. Zu der Kundgebung hatte eine Initiative von Impf- und Maßnahmengegnern aufgerufen. Auch mehrere prominente Vertreter rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien und Organisationen nahmen teil.

Nächtliche Ausgangssperre für Ungeimpfte im Schwarzwald-Baar-Kreis

17.09 Uhr: Wegen eines außergewöhnlich starken Anstiegs an Corona-Infektionen dürfen Ungeimpfte im Schwarzwald-Baar-Kreis von Montag an nachts nur noch aus triftigem Grund ihre Wohnungen verlassen. Das Verlassen der eigenen vier Wände in dem Corona-Hotspot zwischen 21 Uhr und 5 Uhr sei nur noch für medizinische Notfälle und aus Arbeitsgründen erlaubt, sagte Landrat Sven Hinterseh am Samstag. Die Allgemeinverfügung gilt ab Montag.

Zutritt zu beispielsweise Gastronomie, Hotels (mit Ausnahme von Geschäftsreisenden) und Einzelhandel sei ausschließlich immunisierten – geimpft und genesen – Besuchern und Kunden gestattet. Ausgenommen von dieser Zutrittsbeschränkung sind Geschäfte und Märkte, die der Grundversorgung dienen wie Lebensmittelmärkte, Apotheken, Tank- und Poststellen, Paketdienste und Banken sowie Betriebe von körpernahen Dienstleistungen.

Spahn verteidigt Begrenzung bei Biontech-Bestellungen

16.47 Uhr: Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die viel kritisierte Begrenzung von Bestellmengen beim Corona-Impfstoff von Biontech verteidigt. “Ich weiß, dass diese kurzfristige Umstellung für viele engagierte Helferinnen und Helfer vor Ort in den Arztpraxen und Impfzentren viel zusätzlichen Stress bedeutet. Und das bedauere ich ausdrücklich”, sagte der CDU-Politiker am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Die Nachfrage nach Biontech sei in den letzten zwei Wochen so stark gestiegen, dass sich das Lager sehr schnell leere. Allein in der neuen Woche würden fast sechs Millionen Dosen an die impfenden Stellen geliefert. Das sei mehr, als es bisher überhaupt an Booster-Impfungen in Deutschland gegeben habe.

Aus einer Übersicht des Gesundheitsministeriums zu Impfstofflieferungen geht zudem hervor, dass Deutschland in diesem Monat voraussichtlich fast 8,8 Millionen Dosen Biontech über die Initiative Covax an Drittstaaten spenden wird oder gespendet hat. Mit Biontech und Moderna gebe es zwei exzellente und hoch wirksame Impfstoffe. Von beiden gebe es genug, um bis Jahresende 50 Millionen Menschen zu impfen, sagte Spahn. “Ich kann versprechen, dass jeder, der sich impfen lassen will, einen guten, sicheren und wirksamen Impfstoff bekommt.” In manchen Studien zur Wirkung von Auffrischungsimpfungen schneide eine dritte Impfung mit Moderna sogar besser ab als eine mit Biontech.

Wien: Tausende Menschen demonstrieren gegen Corona-Lockdown

15.09 Uhr: In Österreich sind vor dem Inkrafttreten eines landesweiten Lockdowns für alle tausende Menschen aus Protest auf die Straße gegangen. Im Zentrum der Hauptstadt Wien schwenkten die Demonstranten am Samstag Transparente mit der Aufschrift “Corona-Diktatur” oder “Nein zum Impfzwang”, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Mehr als 1300 Polizisten wurden mobilisiert, das Innenministerium befürchtete die Teilnahme von Rechtsextremen und Hooligans.

Bereits vor dem offiziellen Beginn der Demonstrationen am Samstagmittag versammelten sich zahlreiche Demonstranten in Wien. Zur größten Protestveranstaltung hatte die rechtspopulistische FPÖ aufgerufen. Die Regierung rechnete mit bis zu 15.000 Teilnehmern, die FPÖ sprach von 100.000 zu erwartenden Demonstranten. Bei den Kundgebungen galt eine Maskenpflicht, die jedoch von vielen nicht eingehalten wurde.

Drosten verweist auf begrenzte Aussagekraft von Antigen-Schnelltests

13.26 Uhr: Der Virologe Christian Drosten hat auf eine begrenzte Aussagekraft von Antigen-Schnelltests zum Erkennen einer Coronavirus-Infektion hingewiesen. “Vor Symptombeginn sind Schnelltests einfach nicht empfindlich genug. Daher meine Zweifel an 3G”, schrieb er am Samstag auf Twitter mit Bezug auf Regeln, die Geimpften, Genesenen und Getesteten Zugang zu Einrichtungen oder Veranstaltungen gewähren.

Hinsichtlich des Einsatzes solcher Schnelltests bei Geimpften sagte er der “Bild”: “Es sieht nach meiner vorläufigen Einschätzung so aus, als ob Infektionen bei Geimpften gerade in den ersten Tagen der Infektion nicht so gut durch den Antigen-Schnelltest nachzuweisen sind. Leider ist die Studienlage dazu aber noch nicht ausreichend.”

Ministerium: Moderna und Biontech gleich gut für Booster geeignet

11.30 Uhr: Das Bundesgesundheitsministerium hat betont, dass die Präparate von Biontech und Moderna beide “sicher, wirksam und gleich gut für Auffrischimpfungen geeignet” seien. In einer Mitteilung des Ministeriums vom Samstag hieß es weiter, bis Ende des Jahres stünden 50 Millionen Dosen beider Corona-Impfstoffe für Erst-, Zweit- und insbesondere Auffrischimpfungen zur Verfügung. “Es ist genug Impfstoff für alle da”.

Das Ministerium rechnet in der Mitteilung vor, dass zusammen mit bereits ausgelieferten und noch nicht verimpften Biontech-Dosen und denen, die in der kommenden Woche noch ausgeliefert würden, kurzfristig rund neun Millionen Dosen zur Verfügung stünden. Bis zum Jahresende kämen weitere gut 15 Millionen hinzu. Zudem stünden 26 Millionen Dosen Moderna für die Auffrischungsimpfungen bis Jahresende zur Verfügung.

Ein Schreiben des Ministeriums an die Bundesländer hatte zuvor Kritik ausgelöst. Neben dem Präparat von Biontech/Pfizer solle vermehrt das von Moderna eingesetzt werden. Andernfalls drohten eingelagerte Moderna-Dosen ab Mitte des ersten Quartals 2022 zu verfallen, was aber vermieden werden müsse. Für Biontech sollen daher “Höchstbestellmengen” definiert werden, wie es in dem Schreiben heißt. Praxen sollen demnach vorerst maximal 30 Dosen pro Woche bestellen können, Impfzentren und mobile Impfteams 1020 Dosen. Politiker von CSU, Grünen, SPD und FDP sowie die Deutsche Stiftung Patientenschutz hatten das Vorhaben kritisiert. Die Ärzteschaft rechnet mit deutlich erhöhtem Beratungsbedarf in den Praxen.

Lauterbach hält noch härtere Corona-Einschränkungen für denkbar

10.26 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält angesichts der rasant steigenden Corona-Infektionszahlen eine weitere Verschärfung der Einschränkungen im öffentlichen Leben für möglich. “Ich hoffe wirklich, dass wir ähnlich drastische Maßnahmen wie in Österreich noch verhindern können”, sagte Lauterbach am Samstag dem Nachrichtenportal t-online mit Blick auf den dort beschlossenen landesweiten Lockdown. Ob in Deutschland beim nächsten Bund-Länder-Treffen am 9. Dezember auch neue Einschränkungen beschlossen werden müssten, hänge nun vom Verhalten aller ab.

“Wir haben das alle gemeinsam in der Hand”, sagte Lauterbach. “Wenn wir 2G und 2G Plus nicht konsequent einhalten, werden wir ein sehr großes Problem bekommen – mit entsprechenden Verschärfungen als Folge.”

RKI-Chef: Auch fünfte Corona-Welle bei zu wenig Impfungen möglich

9.01 Uhr: Bei unzureichender Impfquote könnte die wellenartige Corona-Ausbreitung laut dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts (RKI) nach der vierten Welle weitergehen. “Wenn das Verringern der Kontakte und das Impfen nicht intensiv gelingt, werden wir nach den jetzigen Modellierungen auch noch eine fünfte Welle bekommen”, sagte Lothar Wieler der Deutschen Presse-Agentur.

Es sei bitter, dass sich bisher nicht mehr Menschen für diesen eigentlich leichten Schritt entschieden hätten. “Der weitere Verlauf des Winters hängt stark davon ab, was jetzt geschieht”, sagte Wieler. Es gelte, flächendeckend in Deutschland Kontakte zu reduzieren und die Impfaktivitäten massiv zu steigern.

Ampel-Parteien: RKI soll regierungsunabhängig werden

5.43 Uhr: Die Ampel-Parteien wollen das Robert-Koch-Institut (RKI) von wichtigen Aufgaben entbinden und stattdessen ein neues Bundesgesundheitsinstitut schaffen: “Das RKI soll in seiner wissenschaftlichen Arbeit weisungsungebunden sein”, heißt esim Abschlusspapier der Koalitionsarbeitsgruppe Gesundheit und Pflege, der unserer Redaktion vorliegt. Derzeit ist das RKI ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesgesundheitsministeriums.

Etliche Aufgaben des RKI sollen künftig von einem neu zu schaffenden Bundesgesundheitsinstitut übernommen werden, darunter die Zusammenführung von Daten aus den Gesundheitsämtern oder die Kommunikation mit der Öffentlichkeit. Das neue Bundesgesundheitsinstitut soll zudem die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ersetzen: “Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung geht in einem Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit am BMG auf, in dem die Aktivitäten im Public-Health Bereich, die Vernetzung des ÖGD [Öffentlicher Gesundheitsdienst] und die Gesundheitskommunikation des Bundes angesiedelt sind.”

Vor allem Grüne und FDP hatten zuletzt die Rolle des RKI kritisiert und dem Institut eine zu große Nähe zur Regierung vorgeworfen. Die Liberalen hatten gefordert, das RKI zu einer unabhängigen Institution umzuwandeln, es dürfe keine “politikabhängige” Behörde sein.

Corona-Forscher fordert kurzen, harten Lockdown und Impfpflicht für alle

3 Uhr: Angesichts neuer Corona-Höchstwerte in Deutschland fordert der Saarbrücker Pandemieforscher und Pharmakologe, Thorsten Lehr, einen baldigen bundesweiten Lockdown. Der Wissenschaftler sagte unserer Redaktion: “Wir brauchen einen kurzen, kollektiven Lockdown für Geimpfte und Ungeimpfte.” Notwendig sei eine “massive Reduktion von Kontakten, um mindestens 30 Prozent, eher um 50 Prozent”. Der Pharmazie-Professor betonte: “Wenn wir Maßnahmen treffen, bei denen alle Kontakte um 50 Prozent reduziert werden und die in einer Woche starten”, dann könne man in der zweiten Dezemberwoche bereits in moderate Inzidenzbereiche kommen.

In Bezug auf einen Lockdown nur für Ungeimpfte äußerte sich der Forscher skeptisch, da man eine solche Maßnahme zum einen kaum kontrollieren könne. Zudem könnten “auch Geimpfte Überträger sein”. Eine flächendeckende 2G-Regelung, wonach nur Geimpfte und Genesene Zutritt zu bestimmten öffentlichen Angeboten haben, zeigt nach Lehrs Worten zum aktuellen Zeitpunkt keine Wirkung mehr bei der Eindämmung des Virus. “2G flächendeckend hätte gereicht, wenn wir damit vor vier oder sechs Wochen angefangen hätten. Aber jetzt wird es nicht mehr reichen”, sagt Lehr unserer Redaktion.

Lehr sprach sich zudem für eine Impfpflicht aus. “Ich gehe davon aus, dass wir eine allgemeine Impfpflicht brauchen und bekommen werden”, sagte er. Wenn man im kommenden Sommer eine Impfpflicht einführe “und alle bis jetzt nicht-geimpften Menschen über den Sommer impft, dann kommen wir, unter den Bedingungen, die wir jetzt haben, im nächsten Herbst und Winter zurück zur Normalität”. Niemand wolle im nächsten Herbst “wieder an dieser Stelle stehen”, sagte Lehr.

Corona-News von Freitag, 19. November: Österreich: Kanzler nennt kein Enddatum für Lockdown für Ungeimpfte

22.55 Uhr: Wer nicht gegen das Coronavirus geimpft ist, muss sich in Österreich auf einen Lockdown auf unbestimmte Zeit einstellen. Kanzler Alexander Schallenberg (ÖV) nannte am Freitagabend keine Frist für die Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen für diese Gruppe. “Wir haben da kein Enddatum”, sagte Schallenberg in der ORF-Nachrichtensendung “ZiB2” auf eine entsprechende Frage. Es müsse jetzt endlich gelingen, die Impfquote so weit nach oben zu treiben, dass die Pandemie eingedämmt und künftig kein Lockdown mehr nötig sein werde, sagte der Regierungschef.

Er entschuldige sich bei den Geimpften für den einschneidenden Schritt der ab Montag geltenden Ausgangsbeschränkungen. Er finde es sehr schwer erträglich, dass man von denen, die alles richtig gemacht hätten, jetzt diesen Akt der Solidarität einfordern müsse, sagte Schallenberg.

Ausschreitungen bei Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Rotterdam

22.06 Uhr: Bei einer Demonstration Hunderter Menschen gegen schärfere Corona-Maßnahmen ist es in der niederländischen Hafenstadt Rotterdam zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen. An verschiedenen Stellen sei es zu Brandstiftungen gekommen, Feuerwerkskörper seien abgefeuert worden und Beamte hätten mehrere Warnschüsse abgegeben, teilte die Polizei in Rotterdam am Freitagabend mit. Mit einem Großaufgebot werde versucht, wieder Ordnung zu schaffen. Dabei komme auch die Bereitschaftspolizei zum Einsatz. Von Verletzten war zunächst nicht die Rede.

Wie der Sender NOS berichtete, wurde mindestens ein Polizeiauto in Brand gesetzt, andere wurden beschädigt. Feuerwehrleute und Polizisten wurden mit Gegenständen beworfen. Auf Bildern waren Brände auf dem Bürgersteig zu sehen, Stühle wurden geworfen und Müllcontainer auf die Straße geschoben. Ein Streifenwagen stand lichterloh in Flammen. Der Zugverkehr von und nach Rotterdam sei wegen der Krawalle bis auf weiteres eingestellt worden, teilten die Niederländischen Eisenbahnen mit. Es gebe keine Ersatzbusse.

US-Studie: Deutlich erhöhtes Risiko für Totgeburten bei Corona-Infektion

21.17 Uhr: Mit dem Coronavirus infizierte Schwangere haben laut einer US-Studie ein deutlich erhöhtes Risiko, eine Totgeburt zu erleiden. Laut der am Freitag veröffentlichten Untersuchung der US-Gesundheitsbehörde CDC war das Risiko einer Totgeburt vor dem Auftreten der Delta-Variante des Coronavirus 1,47-mal höher als bei nicht infizierten Frauen. Nach dem Beginn der Delta-Coronawelle lag das Totgeburts-Risiko viermal höher, insgesamt war es rund 1,9-fach erhöht.

In die Studie flossen US-Schwangerschaftsdaten zwischen März 2020 und September 2021 ein. Bei mehr als 1,2 Millionen Krankenhauseinweisungen für eine Entbindung gab es dabei 8154 Totgeburten. Statistisch herausgerechnet wurden andere Risiken für eine Totgeburt. Laut den Studienautoren sind weitere Untersuchungen notwendig, um den Zusammenhang zwischen Komplikationen einer Covid-19-Erkrankung von Schwangeren und dem Risiko einer Totgeburt zu ergründen.

EMA unterstützt Einsatz von Corona-Medikament Molnupiravir für Notfälle

21.12 Uhr: Die EU-Arzneimittelbehörde EMA unterstützt den Einsatz des Corona-Medikaments Molnupiravir für Notfälle. Die Tabletten des US-Pharmariesen MSD könnten zur Behandlung nicht beatmungspflichtiger Covid-19-Patienten eingesetzt werden, bei denen ein erhöhtes Risiko bestehe schwer zu erkranken, erklärte die EMA am Freitag. Damit kann das Medikament noch vor seiner Zulassung eingesetzt werden.

Ebenfalls am Freitag teilte die EMA mit, dass sie mit der Prüfung des ebenfalls tablettenförmigen Corona-Medikaments Paxlovid des US-Pharmariesen Pfizer begonnen habe, um eine ähnliche Empfehlung wie für Molnupiravir abgeben zu können. Laut dem Hersteller senkt das Mittel bei Risikopatienten nach einer Coronavirus-Infektion die Wahrscheinlichkeit einer Krankenhauseinweisung oder eines Todes um 89 Prozent.

Corona: Sachsen schränkt weite Teile des öffentlichen Lebens ein

19.42 Uhr: Sachsen will angesichts rasant steigender Corona-Zahlen weite Teile des öffentlichen Lebens einschränken. Das teilte die Landesregierung am Freitagabend mit. Außer Bibliotheken müssen Kultur- und Freizeiteinrichtungen schließen. Bars, Clubs und Diskotheken bleiben zu. Weihnachtsmärkte wird es nicht geben.

Lindner lenkt bei einrichtungsbezogener Impfpflicht ein – “Sie wird kommen”

19.23 Uhr: Lange hat sich die FDP gegen eine Corona-Impfpflicht für die Beschäftigten bestimmter Einrichtungen wie Pflegeheime gewandt – nun lenkt sie ein. “Inzwischen haben sich Bund und Länder für eine einrichtungsbezogene Impfpflicht ausgesprochen. Sie wird deshalb kommen”, sagte Parteichef Christian Lindner der “Süddeutschen Zeitung” (Samstagausgabe). Zu dem Thema berät die FDP-Bundestagsfraktion am kommenden Dienstag.

“Zu Beginn der Pandemie haben alle, einschließlich der Bundeskanzlerin, Impfpflichten ausgeschlossen”, betonte Lindner. Praktiker hätten auch Bedenken gehabt, dass betroffene Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlassen könnten. “Inzwischen wird das allgemein anders eingeschätzt”, sagte der FDP-Chef.

Corona-Ausbrüche in Bremer Erstaufnahme-Einrichtungen

18.33 Uhr: Die Dependance der Landeserstaufnahmestelle für Geflüchtete im Bremer Stadtteil Obervieland ist am Freitagnachmittag wegen eines Corona-Ausbruchs unter Quarantäne gestellt worden. Anlass sei eine Reihentestung bei den Bewohnerinnen und Bewohnern auf das SARS-CoV-2-Virus nach einem ersten Positiv-Befund vor drei Tagen, teilte die Bremer Sozialbehörde am Freitagabend mit.

Von den 197 Bewohnerinnen und Bewohnern seien bislang 55 positiv getestet worden, bei 117 Personen sei der Test negativ ausgefallen. Die übrigen Ergebnisse stünden noch aus. Die Infektionen verliefen in allen Fällen symptomarm oder symptomfrei, einen schweren Krankheitsverlauf gebe es bislang nicht.

Forderung nach Impfung in Friseursalons

17.09 Uhr: Die Präsidentin des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks, Manuela Härtelt-Dören hat vorgeschlagen, auch in Friseursalons zu impfen. “Friseure erreichen alle sozialen Schichten, eine sehr breite Masse. Das sollten wir in der Impfkampagne nutzen”, sagte sie dem Nachrichtenportal T-Online. “Wir haben 250 000 Kundenkontakte am Tag, da käme pro Woche schon eine Menge an Impfungen zusammen.” In vielen Betrieben wäre das auch leicht umsetzbar, etwa über mobile Impfteams, die dort tätig werden könnten.

“Wenn sich die Menschen gerade die Haare schneiden lassen, kann man sie gut über die Impfungen aufklären – auch wenn das zunächst kurios klingt”, sagte Härtelt-Dören. “Eine höhere Impfquote erreichen wir jetzt durch niederschwellige Impfangebote, auch für die Booster-Impfung wird das noch einmal entscheidend werden.”

3G am Arbeitsplatz und in Verkehrsmitteln wohl ab Mittwoch

16.16 Uhr: Die neuen 3G-Regeln am Arbeitsplatz und im Verkehrsbereich sollen nach Angaben der Bundesregierung voraussichtlich ab kommendem Mittwoch gelten. Das Bundesarbeitsministerium twitterte am Freitag: “Um Beschäftigte besser zu schützen, gilt ab 24. November 3G amArbeitsplatz.”

Das Bundesgesundheitsministerium bestätigte auf Nachfrage, das ab diesem Tag auch die geplante 3G-Regel in Verkehrsmitteln und die bundesweiten Testpflichten in Pflegeeinrichtungen in Kraft treten sollen. Die entsprechende Änderung des Infektionsschutzgesetzes enthält auch die Wiedereinführung der Homeoffice-Pflicht, die damit ebenfalls ab Mittwoch greifen dürfte.

Eine Sprecherin des Arbeitsministeriums schränkte auf Nachfrage allerdings ein, dass ein Inkrafttreten davon abhänge, wann das Gesetz vom Bundespräsidenten ausgefertigt und im Bundesgesetzblatt verkündet werde. Laut Gesetz tritt dieses am Tag nach der Verkündung in Kraft. Man rechne spätestens am Mittwoch damit, sagte die Sprecherin. Aus den Bundespräsidialamt hieß es, dass vorbehaltlich der verfassungsrechtlichen Prüfung nicht vor Mitte nächster Woche mit einem In-Kraft-Treten des Infektionsschutzgesetzes zu rechnen ist.

Region Lombardei bietet Deutschen Plätze auf Intensivstationen an

16.04 Uhr: Die norditalienische Region Lombardei hat Deutschland die Aufnahme von Corona-Intensivpatienten angeboten. Das teilte Letizia Moratti, die Vizepräsidentin der Regionalregierung und Assessorin für Gesundheit, am Freitag mit. Die deutschen Kliniken seien in einer dramatischen Notlage, die Intensivstationen stünden kurz vor dem Kollaps, schrieb sie bei Facebook. Rückblickend auf die deutsche Hilfe für Italien im Frühjahr 2020 “halte ich es für angemessen und unsere Pflicht, Deutschland heute anzubieten, Patienten in unseren Krankenhäusern aufzunehmen, Einrichtungen und Intensivbehandlungen zur Verfügung zu stellen”, meinte Moratti.

Sie habe die Generaldirektion im Gesundheitssektor der Region bereits angewiesen, diesbezüglich aktiv zu werden. In der Lombardei waren am Freitag nur vier Prozent der Intensivbetten belegt, wie die nationale Agentur für das Sanitätswesen der Regionen mitteilte.

Harter Lockdown: Rückkehr der Geisterspiele in Österreich

15.41 Uhr: Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen werden die Spiele in der österreichischen Bundesliga ab kommender Woche ohne Zuschauer ausgetragen. Das teilte die Liga am Freitag mit. “Das bedeutet, dass nur jene Personen Zugang zum Stadion erhalten, die für die Durchführung, Organisation und mediale Berichterstattung des Spiels notwendig sind”, hieß es in einer Mitteilung.

Der Spielbetrieb in den beiden höchsten Spielklassen Österreichs könne “dank des bewährten Präventionskonzepts” aufrecht erhalten werden. Die Bundesliga trage die Einschränkungen im Land “im Sinne ihrer gesellschaftlichen Vorbildfunktion” voll mit, sagte Liga-Boss Christian Ebenbauer.

Studie: Hunde können Coronavirus von 15 anderen Viren unterscheiden

14.59 Uhr: Spürhunde können einer aktuellen Studie zufolge das Coronavirus nicht nur sicher erkennen, sondern auch von anderen viralen Atemwegsinfektionen unterscheiden. In der Untersuchung unter Leitung der Tierärztlichen Hochschule Hannover und der Bundeswehr konnten die zwölf eingesetzten Spürhunde das Coronavirus mit hoher Sicherheit von 15 anderen viralen Atemwegserregern unterscheiden, teilte die Hochschule am Freitag mit. “Diese Studie ist ein weiterer Beweis für das Potenzial, das Spürhunde bei der Bekämpfung der aktuellen Pandemie haben könnten”, sagte Fachtierärztin Esther Schalke vom Zentralen Sanitätsdienst der Bundeswehr.

Den Forscherinnen und Forschern zufolge erkennen Hunde beim Schnüffeln an den Proben nicht die Viren selbst, sondern organische Verbindungen, die beim Stoffwechsel nach einer Infektion entstehen.

Söder für allgemeine Impfpflicht

14.15 Uhr: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder plädiert für eine allgemeine Impfpflicht. “Ich glaube, dass wir am Ende um eine allgemeine Impfpflicht nicht herumkommen werden”, sagte der CSU-Chef am Freitag in München: “Sonst wir das eine Endlosschleife mit diesem Mist-Corona.”

Die Corona-Regeln in Bayern sollen am kommenden Dienstag massiv verschärft werden, um die aktuelle Corona-Welle zu brechen. Aber “das ist keine langfristige Lösung”, sagte Söder und äußerte Zweifel, ob eine partielle Impfpflicht für einzelne Berufsgruppen wirklich ausreiche und “die einzige Lösung sein kann für nächstes Jahr”.

Bayern verhängt in Landkreisen mit Inzidenz über 1000 Lockdown

13.48 Uhr: Wegen der außer Kontrolle geratenen Corona-Pandemie verschärft Bayern seine Maßnahmen drastisch. Alle Clubs, Diskotheken und Bars sollen für die nächsten drei Wochen schließen, Weihnachtsmärkte soll es in diesem Jahr nicht geben, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Freitag nach Beratungen seiner Koalition in München ankündigte. Schulen und Kitas sollen geöffnet bleiben.

Kultur- und Sportveranstaltungen dürfen nur noch in deutlich kleinerem Rahmen stattfinden: mit einer Auslastung von maximal 25 Prozent an Zuschauern. Zudem gilt dort die 2G-plus-Regel – Zugang also auch für Geimpfte und Genesene nur noch mit Test. Überdies würden alle Weihnachtsmärkte in Bayern abgesagt, kündigte Söder an. Mehrere Städte hatten ihre Weihnachtsmärkte in den vergangenen Tagen bereits abgesagt.

In Corona-Hotspots mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 1000 werden die Maßnahmen noch strenger ausfallen: Das öffentliche Leben soll dort in weiten Bereichen heruntergefahren werden. Gastronomie, Sport- und Kulturstätten müssen schließen, Veranstaltungen werden untersagt, wie Söder ankündigte. Schulen und Kitas sollen aber auch dort weiter offen bleiben.

dm und Rossmann haben Engpässe bei Schnelltests

12.50 Uhr: Bei den Schnelltests für Privatpersonen kommt es zu vereinzelten Engpässen. “Seit September verzeichnen wir einen kontinuierlichen Anstieg der Nachfrage nach Corona-Selbsttests”, teilte die Drogeriekette Rossmann mit. “Die Verfügbarkeit ist grundsätzlich gesichert, es kann jedoch aufgrund der derzeit hohen Nachfrage punktuell zu kurzfristigen Engpässen kommen.”

Beim Konkurrenten dm erklärte Sebastian Bayer, als Geschäftsführer verantwortlich für das Ressort Marketing+Beschaffung, aufgrund der schwankenden Nachfrage sowie gestörter Lieferketten könne es dazu kommen, dass bei den Selbsttests “nicht immer alle Produkte ausreichend verfügbar sind”.

NRW droht Gaststätten mit 5000-Euro-Strafen bei Verstößen gegen 2G

12.21 Uhr: Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst, fordert hohe Geldstrafen bei Verstößen gegen 2G-Regln in Gaststätten. “Wenn ein Wirt das schleifen lässt, dann droht ein Bußgeld”, sagt der CDU-Politiker bei “Bild”-TV. Er fordert Strafen in Höhe von 5000 Euro. Empfindliche Strafen verlangt er auch bei Verstößen gegen 3G in Bussen und Bahnen. “Es wird bis zu 1000 Euro sein, auch da: es muss weh tun.”

Bundesregierung plant Hilfseinsatz der Luftwaffe

12.10 Uhr: Die Bundesregierung plant einen Hilfseinsatz der Luftwaffe zur Verlegung von schwerkranken Corona-Patienten aus besonders betroffenen Gebieten in Süddeutschland. Schnelle Transportkapazitäten sollen bereitgehalten werden, um Erkrankte bei einer Überlastung von Intensivstationen in Regionen mit freien Kapazitäten fliegen zu können. “Es gibt noch keine offiziellen Amtshilfeanträge dazu, aber wir bereiten uns darauf vor”, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums, nachdem die “Bild”-Zeitung zuerst berichtet hatte.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa laufen seit einigen Tagen Planungen, die vom Bundeskanzleramt angestoßen sind und an denen neben dem Militär auch das Berliner Universitätsklinikum Charité beteiligt ist. Möglich ist, dass wie bereits im vergangenen Jahr ein Flugzeug der weißen Flotte der Luftwaffe mit sogenannten Patiententransport-Einrichtungen für die Aufgabe umgebaut wird.

Spahn: Impfstoff für Fünf- bis Elfjährige im Dezember

11.47 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet mit der Zulassung des Impfstoffs von Biontech/Pfizer für Kinder in Europa bereits Ende kommender Woche. Demnach würden rund um den 20. Dezember alle EU-Länder erste Lieferungen des Impfstoffs für Fünf- bis Elfjährige erhalten, sagte Spahn in Berlin. Deutschland erwarte in einer ersten Lieferung gut zwei Millionen Dosen.

Er glaube, dass man damit die Erstnachfrage sehr gut bedienen könne, so der CDU-Politiker. Es gebe rund 4,5 Millionen Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren. “Ich will jetzt schon im Erwartungsmanagement darauf hinweisen, dass wir alle Fünf- bis Elfjährigen diese Impfung möglich machen wollen.”

Macron hält Lockdown für Ungeimpfte für unnötig

11.32 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hält im Kampf gegen die Corona-Pandemie einen Lockdown für Ungeimpfte in seinem Land für unnötig. “Die Länder, die einen Lockdown für die Ungeimpften verhängen, sind die Länder, die keinen Gesundheitspass eingeführt haben”, sagte er der Zeitung “La Voix du Nord”https://www.waz.de/panorama/.”Diese Maßnahme ist daher in Frankreich nicht notwendig.”

Der französische Gesundheitspass wurde im Sommer eingeführt und entspricht in etwa einer 3G-Regelung für die Teilnahme am öffentlichen Leben. Er liefert den Nachweis über eine Impfung, eine überstandene Covid-19-Erkrankung oder ein aktuelles negatives Testergebnis. Wer in Frankreich etwa im Restaurant essen, im Fernzug reisen oder ins Museum gehen will, muss den Pass vorzeigen.

Spahn für Bonus für Kräfte auf Intensivstationen

11.19 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat zumindest bei den Kräften in den Intensivstationen der Krankenhäuser für einen deutlichen Pflegebonus plädiert. “Mit ein paar Hundert Euro brauchen wir denen nicht kommen”, sagte der CDU-Politiker in Berlin.

RKI-Chef Wieler: 2G-Regel nicht mehr ausreichend

10.55 Uhr: Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hält die von der Ministerpräsidentenkonferenz flächendeckend beschlossene 2G-Regel in der derzeitigen Pandemielage für nicht mehr ausreichend. Die 2G-Regel sei sinnvoll, “in der aktuellen Situation reicht das nicht mehr”, sagte Wieler in Berlin. Er bekräftigte seine Forderung, Großveranstaltungen abzusagen, Hotspots wie schlecht belüftete Clubs und Bars zu schließen und private Kontakte zu reduzieren.

Bundesrat gibt grünes Licht für Corona-Pläne der Ampel

10.38 Uhr: Der Bundesrat hat die Corona-Neuregelungen mit 3G-Vorgaben am Arbeitsplatz und in öffentlichen Verkehrsmitteln beschlossen. Die Länder votierten am Freitag einstimmig für das umstrittene, von SPD, Grünen und FDP vorgelegte Infektionsschutzgesetz.

Ganz Österreich ab Montag im Lockdown – Impfpflicht kommt

10.27 Uhr: Österreich geht wegen der Corona-Krise erneut in einen Lockdown und wird im Februar eine Impfpflicht einführen. Das kündigte Bundeskanzler Alexander Schallenberg am Freitag an. Das Land leidet unter einer massiven vierten Infektionswelle, die mit den bisherigen Maßnahmen nicht gebrochen werden konnte.

Spahn: Corona-Lage hat sich verschlechtert – “Es braucht Kontaktbeschränkungen”

10.21 Uhr: Die Corona-Lage ist aus Sicht von Gesundheitsminister Jens Spahn ernster als vergangene Woche. “Die Dynamik ist ungebrochen”, sagt Spahn in Berlin. Die Inzidenz habe sich innerhalb von vier Wochen verfünffacht. Man sehe in der Folge auf den Intensivstationen und bei den Todeszahlen hohe Werte. “Es ist zehn nach zwölf.” Und weiter: “Alleine mit Impfungen werden wir diese Welle nicht brechen. Es braucht Kontaktbeschränkungen”, so der CDU-Politiker. Er bezeichnete gestern beschlossene neue Regelwerk als richtig. Diese müsse nun konsequent umgesetzt und auch kontrolliert werden.

Derzeit seien auch wieder Verlegungen auf den Intensivstationen nötig. Die Lage sei dramatisch. “Es gibt unvorhergesehene Situationen, wie etwa bei einem Schlaganfall oder ähnlichem.” Überregional werde man wohl Patienten in Deutschland verlegen müssen.

Spahn sieht Fortschritte beim Impfen. In der kommenden Woche würden mehr als sechs Millionen Dosen ausgeliefert, nach zuvor etwa vier Millionen, sagte Spahn. Mittlerweile seien wieder mehr als 45.000 Arztpraxen an Impfungen beteiligt; im Sommer seien es 20.000 gewesen und in der Hochphase 75.000. Die Tendenz gehe also “klar in die richtige Richtung”, sagte der CDU-Politiker.

Spahn und Wieler informieren über Infektionslage

10.00 Uhr: Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, hat ein dramatisches Bild der Corona-Lage in Deutschland gezeichnet. “Wir laufen momentan in eine ernste Notlage. Wir werden wirklich ein sehr schlimmes Weihnachtsfest haben, wenn wir jetzt nicht gegensteuern”, sagte Wieler am Mittwoch bei einer Online-Diskussion. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen hat in dieser Woche erstmals in der Pandemie den Wert von 60.000 überschritten. Bei einer Pressekonferenz informieren Wieler und der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) über die Corona-Lage im Land.

Österreich steht wohl kurz vor Lockdown

9.43 Uhr: Österreich steht nach Angaben mehrerer österreichischer Medien vor einem erneuten Lockdown. Die Regierung habe sich mit den neun Bundesländern auf diese Maßnahme gegen die Corona-Pandemie geeinigt, hieß es übereinstimmend. Die Ausgangsbeschränkungen sollen zunächst für zehn Tage gelten, so die “Kronen Zeitung”. Der ORF berichtete, dass sich die Regierung am Vormittag auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz äußern wolle. Das Land leidet unter einer massiven vierten Corona-Welle. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt bei 1000.

Zahnärzte und Pflegekräfte bieten Unterstützung beim Impfen

9.36 Uhr: Damit schnell möglichst viele Corona-Impfungen angeboten werden können, sollten Zahnärzte und Pflegekräfte ebenfalls impfen können. Das fordern die entsprechenden Berufsverbände. “Jede Pflegefachperson ist durch ihre Ausbildung in der Lage, die Impfung durchzuführen”, sagte die Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe, Christel Bienstein, in Berlin und plädierte für “pragmatische Lösungen”. Es müssten alle Ressourcen genutzt werden, damit vor allem Menschen aus Risikogruppen jetzt schnell Auffrischungsimpfungen erhalten.

Auch die Zahnärztinnen und Zahnärzte bieten ihre Hilfe an. “Wenn es gewünscht ist, unterstützen wir gerne die ärztliche Kollegenschaft, um Tempo in die Booster-Impfungen zu bringen und diese flächendeckend anzubieten”, sagte Christoph Benz, Präsident der Bundeszahnärztekammer. “Wir müssen alle verfügbaren Kräfte bündeln, um die vierte Corona-Welle zu brechen.” Die Zahnärzteschaft habe aktuell keine Befugnis, selbst Impfungen vorzunehmen.

Schwesig verteidigt neues Stufen-Modell für Maßnahmen

8.49 Uhr: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat das von Bund und Ländern vereinbarte Drei-Stufen-Modell für Corona-Beschränkungen anhand der Rate von Covid-Patienten in Kliniken verteidigt. Dieses Modell sei klar, sagte die SPD-Politikerin im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF. In Mecklenburg-Vorpommern gebe es bereits ein Warnstufenmodell, das nun entsprechend der Vereinbarung aktualisiert werde.

Orientierungsgröße soll dem Bund-Länder-Beschluss zufolge die für das jeweilige Bundesland ausgewiesene Hospitalisierungsrate sein. Dafür erfasst das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete Krankenhausaufnahmen von Corona-Patienten pro 100.000 Einwohner in einem Sieben-Tage-Zeitraum. Ab den Schwellenwerten von drei, sechs und neun sollen Regeln für 2G, 2G-Plus oder weitergehende Beschränkungen gelten.

Bayerns Klinken senden dramatischen Hilferuf wegen Corona-Überlastung

6.30 Uhr: Die bayerischen Krankenhäuser warnen angesichts der ungebremst steigenden Corona-Infektionszahlen vor einer unmittelbar drohenden Überlastung der Intensivstationen und fordern deutlich härtere Kontaktbeschränkungen im Freistaat. “Die aktuelle Lage ist so dramatisch, wie sie noch nie in der gesamten Pandemie-Zeit in Bayern war”, sagte der Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft, Roland Engehausen, der “Augsburger Allgemeinen”.

In bayerischen Kliniken müssten sogar Krebs-Operationen auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Auch die Verlegung von Patienten in angrenzende Bundesländer werde immer schwieriger. Die Zahl der Corona-Intensivpatienten steige in Bayern ohne harte Gegenmaßnahmen jede Woche um etwa 30 Prozent an, „so dass wir bald keine Chance mehr für Verlegungen innerhalb des Freistaats haben“, sagte Engehausen.

Wie die “Süddeutsche Zeitung” berichtet, hatte eine Klinik in München in den vergangenen Tagen in den sozialen Netzwerken bereits an Studierende appelliert, in Krankenhäusern und Laboren mitzuhelfen, um eine Überlastung zu verhindern. Gleichzeitig bereite man sich auf eine Triage vor, um im Ernstfall “rechtlich und ethisch richtig Handeln zu können”. Aktuell komme diese aber noch nicht zum Einsatz.

Sozialverband VdK fordert Pflegebonus auch für die häusliche Pflege

5.30 Uhr: Der Sozialverband VdK fordert die Ausweitung des neuen Corona-Pflegebonus‘ auf die häusliche Pflege: “Es braucht nicht nur einen Bonus für Pflegekräfte in Einrichtungen, wir fordern diesen für all jene, die Zuhause ihre Angehörigen pflegen”, sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele unserer Redaktion. Sie seien schon in den vorangegangenen Corona-Wellen immer vergessen worden und würden es gerade wieder. Die erhöhte Pflegehilfsmittelpauschale sei nicht verlängert worden, dabei gebe es auch in der häuslichen Pflege Mehrkosten durch Schutzkleidung, Mundschutz oder Desinfektionsmittel, kritisierte Bentele. “Außerdem drohen Entlastungsangebote wie Tagespflegeplätze gerade wieder wegzubrechen.”

Bund und Länder hatten sich bei ihrem Treffen am Donnerstag darauf geeinigt, erneut einen Pflegebonus zu zahlen, um den besonderen Einsatz des Personals in der aktuellen Pandemielage zu würdigen. So wurden die Gipfel-Beschlüsse am Abend diskutiert:

Corona-News von Donnerstag, 18. November: Bundesärztekammer zu Bund-Länder-Beschlüssen – “Ob sie ausreichen, muss sich zeigen”

  • Die Bundesärztekammer hat die Beschlüsse des Bund-Länder-Treffens grundsätzlich begrüßt, die Maßnahmen müssten Anfang Dezember aber möglicherweise noch nachgeschärft werden: “Ob sie ausreichen, um die Infektionslage in den Griff zu bekommen und eine Überlastung der Kliniken zu verhindern, muss sich zeigen”, sagte Ärztepräsident Klaus Reinhardt unserer Redaktion.
  • Im Bundesrat zeichnet sich eine Mehrheit der Länder für die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes ab. Nach den unionsgeführten Ländern Nordrhein-Westfalen, Bayern und Schleswig-Holstein und Sachsen kündigte nun auch das grün-schwarz regierte Baden-Württemberg seine Zustimmung an.
  • Die Bundesregierung will die Benelux-Staaten Belgien und Niederlande sowie Griechenland und Irland zu Hochrisikogebieten erklären. Diese Information liegt unserer Redaktion vorab vor. Mehr zu den jetzt geltenden Regeln für Reisen lesen Sie hier.
  • Das Robert Koch-Institut (RKI) ruft geimpfte wie ungeimpfte Menschen dazu auf, alle nicht notwendigen Kontakte zu reduzieren. Insbesondere vor nötigen Treffen mit besonders von Corona gefährdeten Menschen rät das RKI unabhängig vom Impfstatus zum Test.
  • Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat eindringlich um Zustimmung für die von den Ampel-Parteien ausgearbeiteten neuen Corona-Maßnahmen geworben.
  • Die schwarz-gelbe nordrhein-westfälische Landesregierung will im Bundesrat am Freitag dem Änderungsentwurf der Berliner Ampel-Parteien zum Infektionsschutzgesetz doch zustimmen.
  • Die Länderchefs prüfen, ob ungeimpften Fußballprofis wie Nationalspieler Joshua Kimmich bei anhaltend kritischer Corona-Lage künftig der Zugang zu Spielen untersagt werden kann.
  • Angesichts der explodierenden Corona-Zahlen hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) drastische Einschnitte für Ungeimpfte im Freistaat angekündigt.
  • Bund und Länder wollen über neue Finanzhilfen für den öffentlichen Personennahverkehr verhandeln.
  • Bund und Länder wollen die Wirksamkeit der Maßnahmen in dem vom Bundestag verabschiedeten Infektionsschutzgesetz spätestens am 9. Dezember überprüfen.
  • Besonders belastete Unternehmen bekommen in der Corona-Krise länger Wirtschaftshilfen. Der Bund verlängert die bisher bis Jahresende befristete Überbrückungshilfe III Plus bis Ende März 2022.
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Corona-Situation in Deutschland als “besorgniserregend” bezeichnet. “Wir sind in einer sehr ernsten Situation”, sagte sie am Donnerstag in Berlin nach Beratungen mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder.
  • Angesichts ihrer Belastung in der Pandemie sollen Pflegekräfte erneut eine finanzielle Anerkennung bekommen. Bund und Länder einigten sich auf einen Pflegebonus für Pflegekräfte vor allem in der Intensivpflege.
  • Die Länder wollen Beschäftigte unter anderem in Krankenhäusern und Pflegeheimen zur Corona-Impfung verpflichten.
  • Bei Überschreiten bestimmter Belastungsschwellen in den Kliniken sollen nach dem Willen von Bund und Ländern einheitlich schärfere Corona-Maßnahmen greifen. Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten vereinbarten dafür drei Stufen mit jeweils weitergehenden Beschränkungen. Diese orientieren sich an der sogenannten .
  • In wenigen Minuten gibt die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel die Beschlüsse des Corona-Gipfels bekannt.
  • Bei der Polizei in Sachsen droht nach Worten der Deutschen Polizeigewerkschaft ein “Corona-Kollaps”. Derzeit seien mehr als 400 Beamte mit dem Coronavirus infiziert, insgesamt mehr als 600 stünden nicht für den Dienst zur Verfügung, wie die Gewerkschaft in Sachsen mitteilte.
  • Der angekündigte Corona-Lockdown im österreichischen Bundesland Salzburg soll am Montag beginnen und möglichst bis Weihnachten aufgehoben werden. Salzburgs Landeschef Wilfried Haslauer gab am Donnerstag bekannt, dass in Oberösterreich dieselben Maßnahmen geplant seien.
  • Bund und Länder haben sich bei ihren Corona-Beratungen nach Teilnehmer-Angaben am Donnerstag auf flächendeckende Zugangsbeschränkungen im öffentlichen Leben für nicht geimpfte Menschen geeinigt.
  • Corona-Impfungen für Kinder unter zwölf Jahren in Deutschland und den anderen EU-Staaten rücken näher. Die EU-Arzneimittelagentur EMA bestätigte am Donnerstag, dass sie wahrscheinlich bereits nächste Woche über eine Zulassung des Kinderimpfstoffs von Biontech entscheiden wird.
  • Wie unsere Redaktion aus Teilnehmerkreisen erfuhr, soll die Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen nun beschlossen sein.
  • Die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will in der Corona-Krise mehr Tempo bei den Auffrischungsimpfungen. Nach Teilnehmerangaben nannte Merkel bei den Bund-Länder-Beratungen als Ziel ein zeitnahes Angebot für 27 Millionen Impfungen.
  • Bund und Länder wollen sich auf eine Impfpflicht für Pflegekräfte verständigen.
  • An den Schulen in Deutschland gab es nach aktuellen Zahlen der Kultusministerkonferenz (KMK) zuletzt rund 45.500 bekannte Corona-Fälle bei Schülerinnen und Schülern. Darüber hinaus waren in der vergangenen Woche knapp 87.000 von 10 Millionen Schülern in Quarantäne.
  • Massive Kritik an Ärzten, die wegen des Aufwands keine Booster-Impfungen anbieten wollen, übte der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) auf dem Corona-Gipfel.
  • Das Bund-Länder-Treffen am Donnerstagnachmittag begann mit einem eindringlichen Appell von Noch-Kanzlerin Angela Merkel. Die Lage sei dramatisch, sagte Merkel, die laut Teilnehmern von einer “Notlage” sprach.
  • Die Ministerpräsidenten der Länder haben am Donnerstag gemeinsam mit der geschäftsführenden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihre Beratungen zur Bewältigung der Corona-Krise begonnen.
  • Der Vorschlag von Ex-Finanzminister Christian Görke (Linke), eine Impfprämie von bis zu 500 Euro zu zahlen, stößt in Brandenburg auf Kritik. “Das Hauptproblem ist derzeit nicht die mangelnde Impfbereitschaft”, sagte Finanzministerin Katrin Lange (SPD) am Donnerstag in Potsdam. Es seien die fehlenden Impfkapazitäten.
  • Russland hat inmitten der dramatischen Corona-Lage wieder einen Höchststand bei den neuen Todesfällen binnen 24 Stunden verzeichnet. Nach Angaben der Behörden vom Donnerstag starben innerhalb eines Tages 1251 Menschen mit dem Virus – so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie.
  • Belarus hat einen ersten Corona-Fall in der Migranten-Notunterkunft nahe der polnischen Grenze gemeldet.
  • Die Bund-Länder-Beratungen über Maßnahmen gegen die dramatische Corona-Entwicklung verzögern sich.
  • Viele der milliardenschweren Corona-Hilfen der Bundesregierung verstärken einer Studie zufolge Schieflagen in der Gleichstellung von Frauen und Männern vor allem auf dem Arbeitsmarkt. Die Analyse zeige, dass 38 Prozent der 108 untersuchten Maßnahmen Männern eher nutzten als Frauen, teilte das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung mit.
  • Der Bundestag hat die von SPD, Grünen und FDP geplanten Corona-Neuregelungen mit 3G-Vorgaben etwa am Arbeitsplatz und in Verkehrsmitteln beschlossen. Im Bundestag kam es dabei zu heftigen Wortgefechten und einem sehr persönlichen Moment.
  • Die unionsgeführten Bundesländer sprechen sich für eine berufsspezifische Corona-Impfpflicht aus.
  • An der Bund-Länder-Runde am heutigen Donnerstag zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie sollen auch Vertreter der Ampel-Fraktionen im Bundestag teilnehmen.
  • Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat angesichts dramatisch steigender Corona-Infektionen weitere harte Einschnitte in seinem Bundesland angekündigt. Bei einer Regierungserklärung im Landtag sprach er am Donnerstag von einem “harten und klaren Wellenbrecher” für zwei oder drei Wochen.
  • Die Ständige Impfkommission (Stiko) spricht sich für Corona-Auffrischimpfungen für alle Menschen ab 18 Jahren aus. Das teilte das Gremium am Donnerstag in Berlin mit.
  • Der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Ampel-Fraktionen aufgefordert, auch die Verantwortung für die geplanten Neuregelungen zu Corona-Maßnahmen zu übernehmen. SPD, Grüne und FDP hätten viel nachgebessert und seien auf Kritik eingegangen, sagte Spahn als Abgeordneter am Donnerstag im Bundestag.
  • Im Bundestag haben sich vor allem die Ampel-Fraktionen und die Union eine kontroverse Debatte über den Kurs in der Corona-Krise geliefert. Redner von SPD, Grünen und FDP verteidigten die geplanten Neuregelungen der voraussichtlichen Regierungspartner gegen Kritik.
  • Viele Impfwillige müssen sich nach Einschätzung der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) noch länger bis zur Auffrischung ihres Corona-Schutzes gedulden. Trotz politischer Aussagen, wonach die bisherigen Voraussetzungen für den sogenannten Booster bald fallen könnten, werde es “nicht möglich sein, die damit geweckten Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger auf kurzfristige Impfungen zu erfüllen”, erklärte KVN-Vorstand Mark Barjenbruch.
  • In etwa 100 von rund 400 Land- und Stadtkreisen in Deutschland gibt es derzeit maximal noch ein freies Intensivbett für Erwachsene. Das ging am Donnerstag aus den aktuellsten Zahlen der Intensivmedizinervereinigung Divi hervor.
  • Auch Christian Drosten hat das Video mit RKI-Chef Lothar Wieler auf Twitter geteilt. “Deutlicher Beitrag von Lothar Wieler”, schreibt Drosten. Er unterstützt Wielers Forderungen: “Die Impflücken müssen jetzt geschlossen werden. Die Impfgeschwindigkeit reicht nicht aus.”
  • Die Lage in den Krankenhäusern wird zunehmend dramatischer. “Die vierte Welle der Coronavirus-Pandemie fordert unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Uniklinikum Gießen bis aufs Äußerste”, schrieb die Uniklinik Gießen und Marburg auf Twitter. Deshalb rief sie alle Medizinstudierenden auf, sich zu melden und in der Pflege auf den Intensivstationen zu helfen.
  • Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hat ein dramatisches Bild der Corona-Lage in Deutschland gezeichnet. “Wir laufen momentan in eine ernste Notlage. Wir werden wirklich ein sehr schlimmes Weihnachtsfest haben, wenn wir jetzt nicht gegensteuern”, sagte Wieler.
  • Die Betriebsärzte in Deutschland rechnen im Fall einer 3G-Regelung am Arbeitsplatz mit Schwierigkeiten in den Unternehmen. “Die 3G-Regelung wird im Alltag für viele Betriebe zu einer logistische Herausforderung”, sagte die Vize-Präsidentin des Verbands der Betriebs- und Werksärzte, Anette Wahl-Wachendorf, dieser Redaktion.
  • Die Zahl der PCR-Tests ist nach Angaben der Deutschen Laborärzte in den vergangenen zwei Wochen um 50 Prozent gestiegen. Sollten die Inzidenzen im bisherigen Maße weiter steigen, könnten die Labore die 24-Stunden-Frist für ein Untersuchungsergebnis nicht mehr garantieren, sagte der Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Laborärzte, Andreas Bobrowski, dieser Redaktion.
  • Vor dem Bund-Länder-Treffen am Donnerstag fordert die Berliner SPD-Landesvorsitzende Franziska Giffey eine Ausweitung der 2G-Regel auf das gesamte Bundesgebiet.
  • Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) hat sich für die Einführung einer Impfpflicht ausgesprochen. “Ich sage ganz deutlich: Wenn es in Deutschland nicht zu Lockdowns jeglicher Art kommen soll, werden wir ehrlicherweise um Pflichtimpfungen nicht herumkommen, wie es sie jetzt schon gegen Masern gibt”, sagte BVMW-Bundesgeschäftsführer Markus Jerger dieser Redaktion.
  • Wegen rapide steigender Corona-Werte fordern die Landkreise die rasche Einführung einer Impfpflicht für Beschäftigte in Pflegeheimen.

Mittwoch, 17. November: Betriebsärzte rechnen mit Schwierigkeiten bei 3G am Arbeitsplatz

  • Die Betriebsärzte in Deutschland rechnen im Fall einer 3G-Regelung am Arbeitsplatz mit Schwierigkeiten in den Unternehmen. “Die 3G-Regelung wird im Alltag für viele Betriebe zu einer logistische Herausforderung”, sagte die Vize-Präsidentin des Verbands der Betriebs- und Werksärzte, Anette Wahl-Wachendorf, dieser Redaktion.
  • Das Bundesgesundheitsministerium rechnet damit, dass ein Corona-Impfstoff für Kinder zwischen fünf und elf Jahren wohl bis kurz vor Weihnachten verfügbar sein könnte. Eine mögliche Zulassung für diese Altersgruppe könne für den Impfstoff von Biontech noch im November erwartet werden, heißt es in einem Bericht des Ressorts zu den Bund-Länder-Beratungen an diesem Donnerstag. “Erstmalig verfügbar in Deutschland wird dieser Kinderimpfstoff vorbehaltlich der Zulassung voraussichtlich ab dem 20. Dezember 2021 sein.” Zuerst berichtete das Nachrichtenportal “ThePioneer” (Donnerstag) darüber.
  • Die Unionsfraktion will die Pläne der Ampel-Fraktionen von SPD, Grünen und FDP an diesem Donnerstag im Bundestag mehrheitlich ablehnen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Mittwoch aus Teilnehmerkreisen der Beratungen der CDU/CSU-Abgeordneten in Berlin. Da die Ampel-Fraktionen aber über 40 Stimmen mehr als die notwendige Mehrheit im Bundestag haben, dürfte der Antrag von SPD, Grünen und FDP dennoch vom Parlament beschlossen werden. An diesem Freitag soll dann der Bundesrat in einer Sondersitzung über die geplanten Änderungen am Infektionsschutzgesetz beraten.
  • Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hält die aktuellen Pläne der Ampel-Fraktionen von SPD, Grünen und FDP im Kampf gegen die vierte Welle der Corona-Pandemie für nicht ausreichend. Es müsse alles getan werden, um den exponentiellen Anstieg der Infektionszahlen zu stoppen, sagte Merkel am Mittwoch nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen in einer hybriden Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag in Berlin. Was derzeit besprochen werde, sei dafür nicht ausreichend.
  • Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner schließt eine Corona-Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen und Einrichtungen nicht aus. “Da sind wir offen in dieser Frage”, sagte Lindner am Mittwoch beim “Wirtschaftsgipfel” der “Süddeutschen Zeitung” in Berlin. Die FDP-Fraktion werde kurzfristig eine Expertenanhörung durchführen zu der Frage, ob eine solche Maßnahme – etwa in Pflegeeinrichtungen – verhältnismäßig und verantwortungsethisch begründbar sei.
  • Die unionsgeführten Bundesländer fordern von den Ampel-Parteien Nachbesserungen am Infektionsschutzgesetz und halten den jetzigen Entwurf im Bundesrat für “nicht zustimmungsfähig”. Der von SPD, Grünen und FDP vorgelegte Gesetzentwurf sei “nicht ausreichend”, um für die nächsten Wochen den nötigen Schutz vor einer weiteren dynamischen Ausweitung des Coronavirus zu bieten, heißt es in einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Brief des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (CDU).
  • Der US-Pharmakonzern Novavax hat für seinen Corona-Impfstoff eine Marktzulassung in der Europäischen Union beantragt. Die in Amsterdam ansässige EU-Arzneimittelbehörde (EMA) teilte am Mittwoch mit, sie habe bereits mit der Prüfung begonnen und werde voraussichtlich in “einigen Wochen” eine Entscheidung bekanntgeben. Bei dem Vakzin handelt es sich um einen sogenannten Totimpfstoff, der für die Immunisierung also abgetötete Bestandteile des neuartigen Coronavirus enthält.
  • Die Fraktionen der möglichen Ampel-Koalition wollen am Auslaufen der Corona-Notlage am 25. November festhalten, aber angesichts der vierten Welle der Pandemie mehr Gegenmaßnahmen ermöglichen als bisher vorgesehen. Dazu zählen die 3G-Regel am Arbeitsplatz sowie im öffentlichen Verkehr und die Rückkehr zur Homeoffice-Pflicht, wie Gesundheits- und Rechtsexpertinnen von SPD, Grünen und FDP am Mittwoch in Berlin erklärten.
  • Immer mehr Studien weisen auf einen Rückgang des Impfschutzes vor schweren Corona-Verläufen nach mehreren Monaten hin. So nimmt der Schutz einer schwedischen Untersuchung zufolge nach einem halben Jahr stark ab. Deutsche Fachleute warnen zwar vor einer Überbewertung dieser schwedischen Ergebnisse, sehen aber grundsätzlich einen Trend bestätigt, auf den auch andere Studien hindeuten. Booster bei Risikogruppen auf breiter Front seien wichtig.
  • Die Bundesländer planen die Verabreichung der Corona-Auffrischungsimpfungen einem Bericht zufolge weitgehend ohne große Impfzentren. Lediglich Bayern, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und das Saarland hätten vor, Impfzentren weiter zu betreiben oder wieder zu öffnen, berichtete die “Welt” (Donnerstagsausgabe) unter Berufung auf eine Umfrage unter den Ländern.
  • NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat sich für einen unangebrachten Spruch bei der Ärzteschaft entschuldigt. Laumann hatte laut “Ärztezeitung” bei einer Veranstaltung am Montag in Düsseldorf mit Bezug auf das Impf-Tempo bei Hausärzten gesagt: “Statt Golfplatz am Samstag Impfen am Samstag.”
  • Schleswig-Holstein verschärft vor dem Hintergrund steigender Infektionszahlen die Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) kündigte am Mittwoch einen Wechsel zum 2G-Modell in Innenbereichen von Freizeiteinrichtungen und Gaststätten an. Damit sollen dort von Montag an nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt erhalten. Während bei Freizeitveranstaltungen künftig 2G gelten soll, greift bei beruflichen Veranstaltungen die 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet).
  • Die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will bei den Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Lage am Donnerstag einen verbindlichen Wert für zusätzliche Maßnahmen beim sogenannten Hospitalisierungsindex festlegen. Ohne Schwellenwert bliebe der Index, der die Lage in den Krankenhäusern widerspiegelt, “ein zahnloser Tiger”, sagte Merkel am Mittwoch bei der Hauptversammlung des Deutschen Städtetags.
  • Gesundheitsminister Jens Spahn sieht in einer “2G plus“-Regelung eine Möglichkeit, die Corona-Pandemie einzudämmen. Es gebe Modelle, dass ein Zugang nur für Geimpfte und Genesene mit einem zusätzlichen Test den sogenannten R-Wert um 0,5 senken könne, sagt Spahn bei einer Veranstaltung der “Süddeutschen Zeitung”. Dieser gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter oder eine Infizierte im Schnitt ansteckt. Liegt er wie derzeit über eins, steigt die Zahl der Corona-Fälle weiter an.
  • In der Ausgabe der Talkshow “Markus Lanz” vom vergangenen Mittwoch war eine Grafik mit der Überschrift “Der Impfeffekt” bezogen auf die Altersgruppe 60 plus gezeigt worden. Diese zeigte, dass die Corona-Impfung bei älteren Menschen angeblich schlechter wirke. “Dabei kam es zu einer irreführenden Interpretation dieser statistischen Darstellung”, hieß es vom ZDF auf Anfrage der “FAZ”.

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(fmg/dpa/afp/epd)


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