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Corona 2021: Gelsenkirchens Krisenstab übt auch Selbstkritik

Gelsenkirchen. 
Gelsenkirchens Krisenstabsleiter Luidger Wolterhoff reflektiert das Corona-Jahr selbstkritisch. Auch andere haben aus seiner Sicht Fehler gemacht

Gelsenkirchens Krisenstableiter Luidger Wolterhoff hat selbstkritisch auf das zweite Corona-Jahr 2021 zurückgeblickt. Viele hätten geglaubt, mit dem leicht verfügbaren Impfangebot für alle sei die Pandemie überwunden. „Ich selbst bin dem Fehler erlegen, zu glauben, dass jetzt nur noch eine Pandemie der Ungeimpften mit niedrigen Inzidenzzahlen vor uns liege“, teilte er mit Blick auf die Situation im frühen Herbst mit.

Gelsenkirchens Krisenstabsleiter hofft auf mehr faktenbasierte Entscheidungen im Bund

Alle Bürgerinnen und Bürger hätten in diesem Jahr ein „Auf und Ab“ der pandemischen Entwicklung erdulden müssen – eine Situation, in die nach Auffassung von Wolterhoff im Wahlkampf 2021 nur noch mehr Unruhe gestreut wurde. „Im Bundestagswahlkampf wurde die ‚Rede von den wieder erlangten Freiheiten‘ zum politischen Instrument.“, so der Stadtkämmerer. Die Einrichtung eines Expertenrats beim Bundesgesundheitsminister trage nun aber „hoffentlich dazu bei, politische Entscheidungen stärker aufgrund von Fakten statt orientiert an Wünschen zu treffen“.

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Dem Gelsenkirchener Krisenstab gehören die städtischen Referate Feuerwehr, Gesundheit, Personal und Organisation, öffentliche Sicherheit und Ordnung, Recht, Öffentlichkeitsarbeit und Soziales an. Anlassbezogen werden zudem etwa die Schulverwaltung, Polizei, Bundeswehr, Gelsendienste oder die Verkehrsbetriebe hinzugezogen. Das Gremium hat sich laut Stadt im Jahr 2021 insgesamt 109 Mal versammelt. Seit Ausbruch der Pandemie ist der Krisenstab 245 Mal zusammengetreten; zunächst in Präsenzsitzungen in der Feuerwache an der Seestraße, danach digital.


Gelsenkirchens Krisenstabsleiter kritisiert Land NRW: „Vorgaben häufig sehr kurzfristig“

Der Aufgabenschwerpunkt lag nach Angaben der Verwaltung 2021 vor allem darin, die Corona-Impfungen zu organisieren. „Die kontinuierliche Organisation des Impfangebotes war sicherlich die größte Herausforderung im abgelaufenen Jahr“, bilanziert Wolterhoff.

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Dies habe vor allem für den Spätsommer gegolten, in dem eine gewisse Impfmüdigkeit der Bevölkerung zu erkennen gewesen sei. Der Krisenstab startete den Einsatz eines ersten und organisierte Impfungen in einzelnen Stadtteilen. Wolterhoff sieht die Aktionen als Erfolg, sie seien jedoch stets mit einem hohen logistischen und personellen Aufwand verbunden gewesen. „Erschwerend kam hinzu, dass vom Land NRW die Vorgaben häufig sehr kurzfristig erfolgten und zu oft noch während der Umsetzung geändert wurden“, kritisiert der Krisenstabsleiter. „Aus heutiger Sicht war die Anweisung, die kommunalen Impfzentren in NRW zum 30. September zu schließen, ein Fehler. Nur wenige Wochen später mussten wir dann die Wiedereröffnung organisieren.“ (gowe)


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