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BVB: Zahlungskräftige Interessenten für Mahmoud Dahoud

Dortmund. 
Mahmoud Dahoud hat sich beim BVB durchgesetzt – und weckt das Interesse diverser Premier-League-Klubs. Doch ein Transfer ist aktuell kein Thema.

Natürlich hat sich Mahmoud Dahoud gefreut, am Wochenende in Frankfurt, nur sein Gesicht hatte er zunächst nicht informiert. Der Mittelfeldspieler blickte überraschend ernst drein, nachdem er gerade sein Tor gemacht hatte – und zwar das 3:2-Siegtor in der letzten Minute bei Eintracht Frankfurt, nachdem der BVB schon 0:2 zurückgelegen hatte. Doch Dahoud schaute erst einmal recht teilnahmslos auf die heranstürmenden Kollegen – denn bis dahin hatten die Dortmunder nicht nur Grund zur Freude gehabt. „Das ganze Spiel musste nicht sein“, meinte Dahoud. „Ich war etwas sauer auf mich selbst und auf die Mannschaft.“

Mahmoud Dahoud ist endlich Stammspieler beim BVB

Wenn man so will, ist das bereits eine gute Nachricht: Mahmoud Dahoud ist sauer, wenn er 90 Minuten auf dem Platz steht, den Siegtreffer schießt und die Mannschaft 3:2 gewinnt – weil er der Meinung ist, dass es noch besser gehen muss. Und damit hat der 26-Jährige auch recht.

Die Ansprüche haben sich verschoben in den vergangenen Monaten. Dahoud ist jetzt Stammspieler in Dortmund, er wird mit höchster Wahrscheinlichkeit auch im Bundesligaspiel gegen den SC Freiburg am Freitag (20.30 Uhr/DAZN) in der Startelf stehen. Bis dahin aber war es ein weiter Weg.


2017 kam der Mittelfeldspieler von Borussia Mönchengladbach nach Dortmund. Und nachdem er zunächst viel spielte, war er unter Lucien Favre außen vor, durfte nur sporadisch ran – und konnte dann mangels Spielpraxis und Selbstbewusstsein selten überzeugen.


Als Edin Terzic übernahm, krachte es erst heftig zwischen den beiden, weil es unterschiedliche Ansichten gab, wie ein Spieler gegenüber seinem Trainer aufzutreten hatte. Doch das war schnell vergessen, in der Rückrunde bekam man in Dortmund endlich jenen Dahoud zu sehen, den man sich so lange versprochen hatte.
In all der Zeit, in der es nicht so lief, gab es ja durchaus Trennungsgedanken.

Meist aber schob Sportdirektor Michael Zorc dem einen Riegel vor. Er sah das Besondere im gebürtigen Syrer mit deutschem Pass, sah die Technik, die Passschärfe, das vertikale Spiel. Und jetzt endlich sehen es auch alle anderen, denn unter Marco Rose ist er endgültig angekommen, hat einen Stammplatz vor der Abwehr erobert und Axel Wisel auf die Bank verdrängt. Dahoud, so glauben sie im Klub, zeigt nun, was er kann. Weil er Vertrauen spürt. Weil er keine Angst mehr hat, nach zwei Fehlpässen auf der Bank zu landen. Denn das Risiko gehört zu seinem Spiel und immer mal wieder geht etwas schief.

In Frankfurt ging sogar eine ganze Menge schief, es war lange kein gutes Spiel vom Mittelfeldmotor. Aber dann kam ja der Siegtreffer, erst sein viertes Tor in 119 Pflichtspielen für den BVB – weil er zwar eine gute Schusstechnik hat, meist aber doch den Pass zum Mitspieler sucht. Die Ereignisse in Frankfurt könnten ihn darin sogar noch bestärkt haben: „Erling hat mich gepackt wie ein Kaninchen“, sagt Dahoud über die norwegische Naturgewalt Haaland, die manchmal im Torjubel nicht weiß wohin mit ihrer Wucht. „Und Emre Can hat mich runtergedrückt und dann kamen die anderen obendrauf, und ich habe gerufen, dass ich keine Luft mehr bekomme.“ Er erzählt es mit einem Lächeln, denn das Lächeln gehört dazu bei Mahmoud Dahoud – und meist auch ein flotter Spruch. In der Kabine kommt seine Art gut an, die Mitspieler schätzen ihn.

Und längst sind auch andere aufmerksam geworden auf die Qualitäten des Mahmoud Dahoud. Vor ein paar Wochen meldeten sich Emissäre von Newcastle United, dem gerade von saudi-arabischen Investorenübernommenen Premier-League-Klub, der nun viel Geld unter die Leute zu bringen hat. Doch sie blitzten ab. Dahoud will erst einmal in Dortmund bleiben, jetzt wo es so gut läuft. Der Vertrag wurde im Juli um ein Jahr bis 2023 verlängert. Und beide Seiten können sich vorstellen, ihn noch weiter auszudehnen, wenn es weiterläuft wie derzeit.

BVB-Profi Mahmoud Dahoud ein Kandidat für die WM

Aber das hat noch ein bisschen Zeit. Erst einmal steht die Rückrunde mit Dortmund an – und dann gibt es da ja noch das große Ziel im Winter: die Weltmeisterschaft in Katar. Zwei Länderspiele hat er ja schon gemacht, unter Joachim Löw. Dessen Nachfolger Hansi Flick hat ihn im September nominiert, aber nicht eingesetzt. Danach fehlte Dahoud verletzt, aber Flick hielt den Kontakt, fragte immer wieder nach, wie es geht. Das nährt die Hoffnung, das auch diese Geschichte noch nicht auserzählt ist.


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