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Booster- Impfung mit Biontech oder Moderna? Dieser Impfstoff ist der beste

Berlin. 
Wer braucht jetzt eine Booster-Impfung gegen Corona? Welches Vakzin wird eingesetzt? Das ist Deutschlands Auffrischungsstrategie.

  • Mithilfe von Booster-Impfungen sollen die steigenden Corona-Zahlen eingedämmt werden
  • Viele fragen sich nun, welchen Impfstoff man zur Auffrischung bekommt
  • Welcher Impfstoff nach Astrazeneca, Johnson & Johnson, Moderna oder Biontech der richtige ist, lesen Sie hier

Die Booster-Impfkampagne gegen das Coronavirus nimmt nun auch in Deutschland Fahrt auf: Wie das Bundesgesundheitsministerium erklärt, wird die Auffrischungsimpfung sowohl für Jugendliche als auch für Ältere und Risikogruppen empfohlen. Eine dritte Impfung mit dem Vakzin von Biontech und Pfizer zeigt nach Angaben der beiden Unternehmen eine Wirksamkeit von über 95 Prozent. Sicherheitsbedenken oder unbekannte Nebenwirkungen seien nicht beobachtet worden.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warf vor Kurzem die Frage auf, welche Kombination von Impfstoffen die beste Wirkung hat. “Die Booster-Impfung muss jetzt Tempo gewinnen. Was wirkt am besten? Wechseln wirkt am besten! Moderna für Biontech-Geimpfte, Biontech für Moderna-Geimpfte, und Moderna für J&J-Geimpfte”, schrieb er beim Kurznachrichtendienst Twitter. Um deutlich zu machen, welche Vakzine möglicherweise miteinander kombiniert werden sollten, fügte Lauterbach eine Tabelle des US-amerikanischen mRNA-Biochemikers Rob Swanda an. Die Tabelle zeigt, dass eine Kreuzimpfung dazu führen könnte, dass sehr viel mehr Antikörper gebildet werden.


Das Bundesgesundheitsministerium hat dagegen eine eigene Impfstrategie veröffentlicht, die etwas von der Empfehlung des US-Wissenschaftlers abweicht. Lesen Sie hier, wie in Deutschland geimpft wird.


Booster-Impfungen: Nur mRNA-Vakzine kommen zum Einsatz

Bundesweit wird ausschließlich mit mRNA-Impfstoffen geboostert. Diese Entscheidung wurde auf Grundlage der derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Wirksamkeit und Sicherheit der bislang zugelassenen Impfstoffe bei breiter Anwendung sowie deren Verfügbarkeit getroffen. Auch in Deutschland vertritt man die Ansicht, dass eine Kreuzimpfung von Vektor- und mRNA-Impfstoffen zu einer deutlich höheren Antikörperbildung beiträgt.

Was das Boostern bei einer abgeschlossenen Grundimmunisierung mit mRNA-Impfstoffen betrifft, geht man bundesweit allerdings einen anderen Weg.

Grundimmunisierung mit Biontech oder Moderna: Welches Vakzin als Booster?

Anders als vom US-Biochemiker empfohlen, setzen deutsche Experten bei Auffrischungsimpfungen im Falle von mRNA-Grundimmunisierten auf denselben Wirkstoff. Statt auch bei Biontech oder Moderna auf eine Kreuzimpfung mit dem jeweils anderen Impfstoff zu setzen, empfiehlt das Bundesgesundheitsministerium hier, möglichst den ursprünglichen Impfstoff auch ein drittes Mal zu verabreichen.

Die Auffrischungsimpfung wird bei mRNA-Geimpften sechs Monate nach der ersten Impfserie empfohlen. Lesen Sie auch: Wie viel Abstand zwischen Corona- und Grippe-Impfung?

Kreuzimpfung mit Astrazeneca: Welches Vakzin wird zur Auffrischung verwendet?

Menschen, die für die Grundimmunisierung zwei Dosen des Astrazeneca-Vakzins erhalten haben, können sowohl mit Moderna als auch mit Biontech aufgefrischt werden. Bei einer Kreuzimpfung mit Astrazeneca und einem mRNA-Impfstoff als zweite Dosis dürfte der Beschluss des Bundesgesundheitsministeriums greifen: Handelte es sich bei der zweiten Dosis um Biontech, sollte dieses Vakzin auch zum Boostern verwendet werden. Bei Moderna sollte wiederum erneut dieser Impfstoff als Booster verwendet werden.

Auch im Falle einer (Teil-)Grundimmunisierung mit Astrazeneca wird eine Auffrischung erst nach sechs Monaten empfohlen.

Besonderheit bei Grundimmunisierung mit Johnson & Johnson

Personen, die mit einer einmaligen Dosis des Johnson & Johnson-Vakzins immunisiert wurden, können einen beliebigen mRNA-Impfstoff zur Auffrischung bekommen.

Allerdings ist der Impfabstand zur Booster-Impfung stark verkürzt. Eine Auffrischung kann nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums in der Regel bereits vier Wochen nach der Grundimmunisierung erfolgen.

Genesene, die jeweils ohnehin nur eine einzige Impfdosis eines anderen Vakzins erhalten haben, müssen sich dagegen sechs Monate bis zur Auffrischung gedulden.

Corona: Stiko gibt keine generelle Empfehlung für Booster-Impfung

Eine grundsätzliche Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) beim Robert Koch-Institut für eine Auffrischungsimpfung auch Unter-70-Jähriger gibt es derzeit nicht. Allerdings empfiehlt die Gesundheitsministerkonferenz allen, die beide Impfungen mit Astrazeneca oder nur das Vakzin der Firma Johnson & Johnson erhalten haben, unabhängig vom Alter, einen Arzttermin für eine Auffrischung mit einem mRNA-Impfstoff zu vereinbaren.

Nach jetzigem Wissensstand lasse die Wirksamkeit der Coronaschutzimpfung etwa ein halbes Jahr nach der zweiten Impfung nach – gerade bei älteren Menschen, berichtete das Ministerium. Dennoch sei weiterhin “ein vergleichsweiser guter Impfschutz” vorhanden.

Menschen ab 70 Jahren, deren letzte Corona-Schutzimpfung mindestens sechs Monate zurückliegt, sind bereits zum Beispiel in NRW zur Auffrischungsimpfung aufgerufen. Wie das Landesgesundheitsministerium vergangene Woche in Düsseldorf mitteilte, werden in NRW in den kommenden Wochen rund 2,8 Millionen Bürger dieser Altersgruppe per Post informiert. Der Brief sei allerdings keine Voraussetzung für den weiterhin kostenlosen Piks beim Hausarzt.(fmg/dpa/les/day)


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