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“The Voice of Germany”: Sexistischer Kommentar – Sarah Connor plazt Kragen

Berlin. 
Sarah Connor habe keine Zeit für ihr Team, weil sie Mutter ist, behauptet Oerding in der zweiten Folge. Da platzt ihr die Hutschnur.

Müssen die Coaches bei “The Voice of Germany” Angst haben? In der zweiten Folge der Castingshow wird klar: Coach Sarah Connor ist für die anderen Coaches Mark Forster, Johannes Oerding und Nico Santos eine große Konkurrenz. Denn für alle geht es darum, die besten Talente unter den Kandidaten in ihre Teams zu holen. Und so versuchen Forster, Oerding und Santos mit teils fadenscheinigen Argumenten, die Show-Teilnehmer davon zu überzeugen, dass es nicht sinnvoll ist, in das Team der 41-jährigen Connor zu gehen.

Ein Beispiel: Nach dem Auftritt des Kandidaten Anton Verzani mit dem Song “Grüne Augen Lügen Nicht” argumentiert Oerding, der das Talent aus Kassel in seinem Team wissen wollte: “Sarah Connor, zweifelsohne ‘ne tolle Sängerin, eine ganz liebe Frau auch. Aber die hat richtig viel zu tun, die hat eine große Familie, viele Kinder, muss den Haushalt machen, den Rasen mähen, die Kinder zum Sport fahren.” Deswegen habe sie keine Zeit für ihre Talente. Entsetzt erwidert Connor: “Sag mal, willst du dich gleich mit mir draußen hauen?”

Mark Forster macht sich selbst fertig

Dass sich Oerding im Jahr 2021 noch traut, solch sexistischen Gründe zu nennen, warum die einzige Frau unter den Coaches eine schlechtere Wahl sei, erstaunt bis erschüttert. “Johannes Oerding, der spielt den ganzen Tag nur an sich rum”, erwidert die vierfache Mutter Connor mehr oder minder schlagfertig.


Am Ende jedenfalls bekommt Connor, was sie will. Sie überzeugt Verzani mit ihrer langjährigen Karriere und dem Fakt, dass sie denselben Manager hat wie Nico Santos – in dessen Team wollte Verzani nämlich eigentlich. Doch Nico Santos war nicht überzeugt, drehte sich nicht für den Kasseler um. Connors Kind und Kegel scheinen also doch nicht ganz so abschreckend. Lesen Sie auch:


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Genauso hart umkämpft wie Verzani ist auch der 26 Jahre alte Anouar Chauech mit seiner Version von “Breathe Easy” – und zwar von allen Coaches. Bereits nach wenigen Sekunden drehen sie sich für ihn um. “Um so einen Song auf die Bühne zu bringen, braucht man auf jeden Fall richtige Eier”, findet Mark Forster und schlägt damit in eine ähnliche Kerbe wie Oerding.

Oerding will es diesmal besser machen und gibt sich als den Verstehenden: “Ich habe das Gefühl, in deiner Stimme den unbedingten Willen gehört zu haben”. Connor versucht es hingegen mit schonungsloser Ehrlichkeit und gesteht, dass sie richtig schwitzige Hände hat. “Ich würde dir so ziemlich alles geben, um dich für mein Team zu gewinnen.” Er brauche jemanden, der ihn pushe, erklärt der Lehramtsstudent, denn er habe einen Traum: “Ich will irgendwann auch mal auf so einem Stuhl sitzen und Talenten zuhören.”

Coach-Einstellungskriterium: Deutsch-Pop

Also entschließt sich Connor für ein spontanes Duett, mit dem sie Chauech – wie auch schon in der ersten Folge das Talent Archippe Mbongue Ombang – davon überzeugt, in ihr Team zu kommen. Damit sichert sich die Wahl-Berlinerin auch dieses Talent.

Trotz toller Talente, wobei insbesondere Sebastian Krenz hervorzuheben ist, der nach seiner Version von “Still Loving You” vom Publikum sogar noch um eine Zugabe gebeten wird, wirkt die zweite Folge ermüdend. Die Dynamik, die einst zwischen Rea Garvey und Samu Haber herrschte, ist weg. Die musikalische Vielfalt, für die unter anderem Die Fantastischen Vier und The Boss Hoss sorgten, gibt es nicht mehr. Was zu Beginn der Show eine Seltenheit war, scheint jetzt Coach-Einstellungskriterium: Deutsch-Pop. Und das scheint dem Format nicht unbedingt gutzutun.


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