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Gedenkmarsch für „SS-Siggi“ Borchardt – Antifa will stören

Dortmund. 
Rechte ziehen diesen Samstag durch Dortmund. Antifa kündigt Gegenprotest an. Polizei warnt vor Verkehrsstörungen, auch am Hauptbahnhof.

Bei einer Kundgebung von Rechtsextremisten und mehreren Gegenveranstaltungen in Dortmund ist nach ersten Erkenntnissen bisher alles friedlich verlaufen. Die Dortmunder Polizei sprach am Samstag von 480 Teilnehmern an der rechtsextremen Versammlung. Der Veranstalter hatte 250 Teilnehmer für die Demo angemeldet. „Diese Zahl war von vornherein unrealistisch“, sagte eine Polizeisprecherin am frühen Nachmittag der Deutschen Presse-Agentur. Man habe sogar mit mehr als den tatsächlich aufmarschieren knapp 500 Demonstranten gerechnet.

Zum Gedenken an die verstorbene Szene-Größe Siegfried Borchardt, besser bekannt als „SS-Siggi“, ziehen an diesem Samstag Rechtsextremisten durch Dortmund. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot an Kräften vor Ort, darunter auch ein Wasserwerfer. Die Polizei warnte am Samstag vor Verkehrsstörungen und Absperrungen, auch im Bereich des Hauptbahnhofs.

Angemeldet habe den Aufzug eine Privatperson aus dem rechtsextremistischen Spektrum, hieß es. Das Motto laute „Siggi unvergessen“. Borchardt war am vergangenen Wochenende nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt mit 67 Jahren in Dortmund gestorben.

Der Anmelder ging gegenüber der Polizei von 250 Teilnehmern aus. Der Aufzug startete gegen 15.30 von der Dortmunder Innenstadt in Richtung Dorstfeld ziehen und an der Kreuzung Emscher- und Thusneldastraße enden, wo der berüchtigte „Nazi-Kiez“ liegt. Offiziell angemeldet ist die Veranstaltung bis 22 Uhr.


Antifa hat Kundgebung angemeldet: “Nazis den Tag versauen”

Geplante Gegenveranstaltungen gebe es bislang unter anderem vom Deutschen Gewerkschaftsbund und der Partei Die Grünen, sagt die Polizei. Sie rechnet mit weiteren Protesten aus dem linken Spektrum, hieß es am Freitag.


Auf Twitter kündigte unterdessen die “Autonome Antifa 170” (externer Link), den “Nazis am Samstag (…) keinen ruhigen Aufmarsch (zulassen zu wollen; Red.)”. Am Samstag twitterte die Gruppierung, sie wolle “Nazis den Tag versauen.” Für 13 Uhr sei eine Kundgebung am Hotel Unique geplant, zudem sei eine Kundgebung vor der Rheinischen Straße 135 geplant.

Polizei rechnet mit Stör-Aktionen aus Linken-Spektrum

Die Polizei bestätigte die Anmeldung einer weiteren Kundgebung aus dem Links-Spektrum: “Wir rechnen mit Störaktionen”, sagte eine Sprecherin am Samstagmittag. Die Polizei werde versuchen, Störungen des Aufzuges möglichst schon im Vorfeld zu verhindern, sagte die Sprecherin.

Die Polizei kündigte bereits am Freitag an, „mit aller gebotenen Konsequenz gegen Straftäter einzuschreiten“. Für die rechtsextremistische Versammlung gebe es „erneut sehr strenge und umfangreiche Auflagen“.

Absperrungen auch am Hauptbahnhof

Die Dortmunder müssen sich laut Polizei ab dem frühen Nachmittag und möglicherweise bis in die Abendstunden in der westlichen Innenstadt sowie auf der Verbindung Rheinische Straße und Dorstfelder Hellweg in Richtung Dorstfeld auf Verkehrsbehinderungen einstellen. Das gelte auch für den ÖPNV.

Seit 14.30 Uhr sind die U-Bahnlinien U43 und U44 für die Dauer des Aufzugs gesperrt, teilte die Polizei am frühen Nachmittag mit. An der Einmündung Huckarder Straße/Rheinische Straße wird der Verkehr über die Königsberger Straße abgeleitet; in dem Bereicht während des Aufmarschs auch ein Halteverbot, teilte die Polizei mit.

Auch der Weg vom und in den Hauptbahnhof in Dortmund ist durch den Polizeieinsatz wegen des rechten Aufmarschs erschwert, teilte die Polizei am Samstag auf Ihrem Twitter-Account mit: Bahn-Nutzer sollten wegen der Absperrungen in Höhe und rund um die Katharinentreppe “eventuell den einen oder anderen Umweg einplanen”.

Die Dortmunder Polizei hat ein Bürgertelefon eingerichtet, das am Samstag ab 10 Uhr unter 0231/132-5555 zu erreichen ist. (red)


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